Marine: Den Eltern verpflichtet

06. September 2008 | Von dpa/lno

Für die seit Donnerstag vermisste "Gorch Fock"-Soldatin besteht nach Aussage eines Marine-Sprechers wenig Hoffnung. Die Marine setzt dennoch alles daran, sie wiederzufinden.

 Die Marine hat die Suche nach der über Bord der "Gorch Fock" gegangenen Soldatin am Samstag mit Einsetzen des Tageslichts fortgesetzt. Von der 18 Jahre alten Offiziersanwärterin fehlte jedoch weiterhin jede Spur. "Wir haben leider kaum noch Hoffnungen, sie lebend zu finden", sagte Marine- Sprecher Arne Krüger am Samstag in Glücksburg. Die Vermisste war in der Nacht zum Donnerstag aus noch ungeklärter Ursache bei stürmischem Wetter 20 Kilometer nördlich von Norderney in die Nordsee gestürzt. "Wir setzen alles daran, unsere Soldatin wiederzufinden. Das ist unsere Verpflichtung auch den Eltern gegenüber und uns ganz wichtig."

Mit zwei Propellerflugzeugen und einem Helikopter suchte die Marine weiter über der Nordsee nach der jungen Frau aus Nordrhein- Westfalen. Über dem Gebiet wurde eine Flugverbotszone eingerichtet. Auch die Ermittlungen zur Unfallursache gingen weiter. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ein sogenanntes Vorprüfungsverfahren eingeleitet. Sie prüft, ob es möglicherweise einen Anfangsverdacht für Fahrlässigkeiten oder Straftaten gibt. "Wir haben weitere Besatzungsmitglieder befragt und werten dies jetzt aus", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. "Abschließende Ermittlungsergebnisse liegen noch nicht vor."

Das Segelschulschiff liegt derweil weiterhin im Marinestützpunkt Wilhelmshaven. "Die Weiterreise der "Gorch Fock" ist erst einmal aufgeschoben", berichtete Krüger. Er rechnet damit, dass das Schiff erst Mitte nächster Woche ablegt. Der berühmte Dreimaster, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, sollte eigentlich am Freitag in den Hamburger Hafen einlaufen. Dieser Besuch sowie der für Samstag in Flensburg geplante Marineball wurden wegen des Unfalls abgesagt.


 

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