ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Lob für engagiertes Kino

02. Dezember 2009 | 04:00 Uhr | Von vst/sab

Ministerpräsident Carstensen überreichte die mit insgesamt 30000 Euro dotierten Kinopreise. Foto: Stolten

Rendsburg / Eckernförde. Kleine Kinos und großes Engagement: Zum ersten Mal nach 1999 wurde wieder der Kinopreis Schleswig-Holstein für kulturell besonders ansprechendes Jahresprogramm verliehen. Von den 64 Kinos im Land hatten sich 25 beworben. Filmtheater aus Rendsburg, Eckernförde und Kiel sind unter den Gewinnern.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nahm die Ehrungen in vier Kategorien vor einem illustren Publikum und zahlreichen Gästen in Bargteheide vor und lobte - quasi als "Kino-Oscar des Nordens" - zudem den "Sonderpreis des Ministerpräsidenten" aus. Carstensen will mit dem Kinopreis Schleswig-Holstein die Arbeit der Programmkinos im Land und auf dem Land würdigen und unterstützen, ihnen mehr Aufmerksamkeit geben sowie die Filmlandschaft noch stärker profilieren. Außerdem will er die Kinobetreiber ermutigen, ambitionierte Programme umzusetzen. "Das geht nur mit starken Kinos und starken Inhalten", erklärte der Landesvater. Bundesweit gebe es eine Million Beschäftigte und die Kinokultur habe einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Doch nur zwölf Prozent der Kinosäle in Deutschland seien Programmkinos - Tendenz fallend, so Carstensen. Umso mehr komme den engagierten Kinobetreibern eine herausragende Bedeutung zu.

In der Rubrik "Dokumentarfilmprogramm" wurden das Kommunale Kino im Haus (Eckernförde) mit 1000 Euro und das Kommunale Kino in der Pumpe (Kiel) mit 3500 Euro ausgezeichnet. Die Jury - bestehend aus Regisseur Lars Büchel, Matthias Elwardt, Betreiber des Abaton in Hamburg und der Kulturjournalistin Ruth Bender - erklärte dazu: "Das Eckernförder Haus überzeugt mit einem dezidiert lokal ausgerichteten Programm. Höhepunkt ist seit drei jahren das internationale Naturfilm-Festival 'Green-Screen'." Beim KoKi in Kiel ist es zum einen das Festival "Augenweide", das lobend erwähnt wurde, zum anderen "behauptet des Kino in der vielfältigen Kino- und Kulturlandschaft der Landeshauptstadt seit 30 Jahren eine eigene Linie", so die Begründung der Jury.

Für ihr Jahresfilmprogramm wurden eine Reihe von Häusern ausgezeichnet, darunter das Schauburg-Filmtheater und Kommunales Kino in Rendsburg. Es gab 1000 Euro für das Haus , da es "auch die eigene Region im Blick" hat. Und das Traum-Kino in Kiel kann sich über 2500 Euro freuen, weil es sich von den gängigen Trends abhebt. Die Jury sieht Potential für kleine technische Entwicklungen, die auf das Preisgeld warten.


 

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