Lauter Kinderprotest gegen Kürzungspläne
Laut, bunt und fröhlich war der Protest, aber trotzdem ernsthaft: Mit Trillerpfeifen, Rasseln, Trommeln und anderen Krachmacher-Geräten machten sich gestern rund 300 Mädchen und Jungen aus den Ahrensburger Kitas und Horten mit ihren Erzieherinnen auf den Sternmarsch zum Rathaus. Es war die größte und doch nur eine von vielen Protestveranstaltungen im Kreis gegen drohende Kürzungen im Kita-Bereich.
"Immer auf die Kleinen", "Nicht mit mir" und "Uns reicht’s", das Motto der landesweiten Aktionen war am häufigsten auf den Plakaten und Schildern zu lesen. Fast so groß wie Marieke selbst, was das Plakat, das sie trug: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut". Und laut waren die Kinder auch bei dem Lied, das sie eigens eingeübt gatten: "Immer die Großen ... Sie wollen an uns sparen, wir müssen uns empören."
"Es muss ein Bewusstseinswechsel stattfinden. Bei Sparmaßnahmen wird immer zuerst bei Kindern gestrichen. Das geht nicht. Krippen und Kitas sind die früheste Möglichkeit, mit den Kindern zu arbeiten, damit sie einen guten Start in die Schulzeit haben", sagte Pröpstin Margit Baumgarten.
Adressat der Proteste in Ahrensburg war naturgemäß der Bürgermeister, auch wenn der erst ein paar Tage im Amt ist. In Ahrensburg, so Michael Sarach, sei in den vergangenen Jahren viel getan worden. Man sei in der Betreuung von Kindern gut davor. "Ahrensburg macht sehr viel", sagte auch Kreis elternvertreter Andreas Hausmann, wegen der Neubaugebiete gebe es aber dennoch eine Warteliste mit 66 Kindern: "Das ist zurzeit das größte Problem."
"Natürlich unterstütze ich ihr Anliegen, und ich werde mein Bestes tun, um es in die Landespolitik zu tragen",versprach Sarach. "Diesen Auftrag haben Sie nun von den Eltern und Kindern bekommen. Wir werden uns auf ihre Unterschrift berufen", sagte Annette Peters, Leiterin des Fachbereichs Kitas bei der Awo Stormarn.
So laut und gut der Protest war, so befürchten doch viele, dass man Kürzungen nicht wird verhindern können. "Wenn das Land etwas beschließt, sind es meistens die Kommunen, die es ausbaden müssen", ahnt der Verwaltungschef, dass weitere Ausgaben oder Umschichten auf die Städte zukommen dürften. Sarach war nicht nur Adressat der Proteste, sondern auch der heimliche Star der Demo. Ein Kind nach dem anderen wollte ein Autogramm vom neuen Bürgermeister, nicht nur aufs Plakat, sondern auch auf den Luftballon oder den Arm, "weil es länger hält. Das ist ja nicht mein Plakat", begründete die neunjährige Jana ihre Entscheidung für einen Schriftzug auf dem Körper.
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