Lauert Schimmel in der Westwand?
Klaus Sell und Heidi Sebastian stehen vor einer der beiden Hälften der westlichen Steinmauer, die saniert werden muss. Foto: Jäger
Nicht die Orgel ist das eigentliche Problem, es ist die Außenwand hinter der Orgel. Das erklärten Klaus Sell, Vorstandsvorsitzender der Kirchengemeinde Hütten, Heidi Sebastian, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Hüttener Kirche, und Pastor Sönke Funck auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins.
Auf der Jahresversammlung im Januar hatte Funck den Mitgliedern zum Erhalt der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche eine schlechte Nachricht zu überbringen. In der Orgel hatte sich von August bis November vergangenen Jahres explosionsartig Schimmel verbreitet. Damals noch beschlossen die Mitglieder, 12 000 Euro für die Reinigung der Orgel bereitzustellen. Allerdings setzten sie eine genaue Ursachenforschung voraus, damit ein erneuter Befall ausgeschlossen wird. Und genau diese Ursachenforschung führt nun dazu, dass die auf der Jahresversammlung gefassten Pläne über den Haufen geworfen, alte Beschlüsse entkräftet werden.
Nach einer Besichtigung der Orgel habe der Flensburger Organist und Orgelsachverständige Michael Marges auf das schlechte Raumklima hingewiesen, erklärte der Kirchenvorstandsvorsitzende Sell den Zuhörern in der Kirche. Wahrscheinlich schlage durch die Westwand der Kirche, hinter der die Orgel liegt, zu viel Feuchtigkeit durch. Dass die Wand angegriffen ist, war für Kirchenvorstand und Förderverein nicht neu. Im Januar beschloss der Förderverein, eine Hälfte der Wetterwand noch in diesem Jahr neu zu verfugen. Kosten: 4000 Euro.
Jetzt, da die Vermutung im Raum steht, dass der Zustand der Orgel mit dieser Sanierung steht und fällt, wurde beschlossen, die steinerne Westseite links und rechts vom hölzernen Glockenturm, die auch unter kaputten Regenabfallrohren gelitten habe, komplett zu sanieren. Das heißt: Statt der 4000 Euro muss mit Kosten von rund 8000 Euro für die Wand gerechnet werden.
Die beiden Teilwände werden gesandstrahlt, die Fugen gereinigt und mit neuem Mörtel gefüllt sowie auch kaputte durch neue Steine ersetzt. Die Arbeiten sollen ohne Einschränkung des Kirchenbetriebs im Mai beginnen. Ein positiver Effekt dieser Aktion sei jedoch frühestens in einem Jahr zu erwarten, so Sell. Er hofft, dass auch das Problem mit dem Schimmelbefall der Orgel dadurch gelöst sei. Bis dahin soll ihr Schimmelbefall mit kleineren Reinigungsmaßnahmen nach Bedarf in Grenzen gehalten werden. Als nächstes soll der Schimmel im Holz an den Basspfeifen entfernt werden. Sell und Funck rechneten mit Ausgaben von maximal 1000 Euro dafür.
Vier Messstationen innerhalb der Kirche, eine auf der Orgel, drei im Kirchenraum, sollen schon jetzt Aufschluss darüber geben, wie sich Taupunkt, Temperatur und Feuchtigkeit bei Gottesdiensten und großen Veranstaltungen verändern. Funck betonte, dass nach den Gottesdiensten durchgelüftet werde, auch wenn "das Fensteröffnen mit den Fenstern, die wir hier haben, relativ aussichtslos ist. Da machen wir lieber die Tür auf", so Funck. Auch berichtete er davon, dass als nächstes die Entnahme des Teppichs im Mittelgang geplant sei. Ob ein neuer folge, sei noch offen.
Nicht nur über die Orgel und die Außenwände wurde diskutiert, auch der weiße Innenanstrich wurde in Hinsicht auf Atmungsaktivität in Frage gestellt. Der letzte Anstrich erfolgte Ende der 80er Jahre, erklärten Funck und Heinz Henningsen, dritter Vorsitzender des Fördervereins. "Der Innenanstrich ist ein Kostenfaktor, den wir uns momentan gar nicht leisten können, und dann müsste auch die Orgel komplett ausgebaut und die Kirche längere Zeit geschlossen werden", erklärte Sell und Funck ergänzte: "Die Innensanierung wird frühestens in fünf bis sechs Jahren passieren."
Was jedoch vielleicht bald geschehen könnte, ist die Aufhängung eines neuen Bildes in der Kirche. Fördervereinsmitglied Irene Ulrich brachte in die Versammlung den Vorschlag ein, den Marienaltar, der bis Mitte des 19. Jahrhunderts in der Hüttener Kirche stand und sich heute im Besitz des Flensburger Stadtmuseums befindet, fotografisch festzuhalten und als Bild in der Kirche aufzuhängen.
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