"Kunst soll zum Nachdenken anregen"

31. Juli 2010 | 03:50 Uhr | Von hup

Bis zum 31. August sind Iris Thomsens Bilder in "Kirstins Gartencafé" zu sehen. Foto: hup

Wester-ohrstedt. Kunst begleitet Iris Thomsen schon ihr ganzes Leben. Die 1969 in Nordfriesland geborene Bildhauerin und Malerin hat früh gelernt, worauf es ankommt: Ihre Mutter, eine Schneidermeisterin, ermutigte sie, stets kreativ und experimentierfreudig zu sein. "Sie brachte mir bei, keine Angst vorm Scheitern oder vor einem Neuanfang zu haben", sagt Iris Thomsen. Einen Neuanfang traute sie sich dann 1996 zu: Die Geburt ihrer Tochter gab ihr den nötigen Mut, den Bürojob zu kündigen und ihre Passion zum Beruf zu machen. "Kunst fasziniert mich seit meiner Kindheit. Aber erst als Mutter habe ich mich getraut, nicht länger nur für mich und Freunde, sondern für alle zu malen", erklärt Iris Thomsen ihren Neuanfang.

Sie entschied sich für die Kunst, belegte unter anderem einen Pastell-Malkursus und besuchte Seminare. Seit 2008 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig und bietet über Ortskulturringe Malkurse für Kinder an. Ihre Bilder sollen mit dem Betrachter in Kontakt treten, mit ihm sprechen und ihn berühren. Sie zeigen überwiegend Landschaften, Tiere, Blumen, Flächen und Formen. "Für mich ist weniger das Motiv wichtig, vielmehr die harmonische Farbkombination", so Thomsen. Dazu verwendet sie Pastellkreiden und Acrylfarben, die sie frei und "spontan" auf die Leinwand bringt, die sich erst im Laufe der Arbeit zu etwas Konkretem, wie einer Mohnblume oder einem Löwen, verbinden. Sich künstlerisch zu betätigen, sei für sie wie eine Insel, eine Rückzugsmöglichkeit in eine andere Welt. Zu ihren Bildern kommen noch Skulpturen, die sie in Handarbeit aus Sandstein und Porenbeton formt. "Maschinen haben etwas Industrielles, das den Werken ihre Seele raubt", erklärt sie. Um ihre Fertigkeiten noch zu verbessern, möchte die Künstlerin demnächst als Gaststudentin einen Bildhauerkursus an der Universität Flensburg belegen.

Derzeit arbeitet Iris Thomsen an Bildern für ihre Ausstellung "Menschen-Werte-Umwelt", die im Januar 2011 im Amtshaus Mittleres Nordfriesland in Bredstedt zu sehen sein wird. In ihren Bildern greift die Künstlerin kritisch die Medienflut, "die uns Tag für Tag überschwemmt", auf und hinterfragt heutige Wertvorstellungen. "Naturbilder sind schön und toll, aber Kunst kann und sollte auch zum Nachdenken anregen", erläutert sie. Im September wird Iris Thomsen die Ausbildung zur Kunsttherapeutin und kreativen Kontaktgestalterin abschließen. "Mal sehen, was ich dann damit anfangen werde", sagt sie schmunzelnd. Bis zum 31. August sind Iris Thomsens Bilder in "Kirstins Gartencafe", Nord 3, Wester-Ohrstedt, zu sehen.


 

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