Kommentar: Atomkraftgegner melden sich zurück
Wohl sind viele Atomkraftgegner in die Jahre gekommen. Aber deswegen ist ihre Bewegung nicht tot. Im Gegenteil. Ihre Menschenkette entlang der Reaktoren an der Unterelbe war ein deutliches Warnsignal. Die schwarz-gelbe Bundesregierung muss sich auf einen heißen Herbst einstellen, setzt sie nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ihre Pläne um. Mag Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) derzeit auch Kreide gefressen haben und unter Ökostrom stehen: Der Koalitionsvertrag hält zweifelsfrei an der Kernenergie als "Brückentechnologie" fest und strebt die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke an.
Nun ist gegen eine engagierte Energiedebatte nichts einzuwenden. Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien - verbunden mit der Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze - ist ein Verdienst der Ökobewegung, nicht der Stromkonzerne. Die Gefahr besteht allerdings, dass ein Rückfall in alte ideologische Schlachten erfolgt. Schon reihen sich die Parteichefs von SPD und Grüne in die Linien der Atomkraftgegner ein - wohlwissend, dass dies Stimmen bringt.
Doch eine populistische Energiepolitik schadet allen. Es geht schließlich nicht nur um das Für und Wider der Atomkraft. Es geht um das Wirtschaftswachstum, um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und nicht zuletzt um die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle. Populär sind solche Entscheidungen nie.
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Es gibt kein sicheres Endlager für radioaktive Abfälle. Man sucht es bereits seit vierzig Jahren und hat bisher keines gefunden. Daher muss *dringend* und *sofort* aufgehört werden, weiter diesen Schrott zu produzieren.