Kirchputz vor den Konfirmationen

29. April 2010 | 06:17 Uhr | Von Dirk Steinmetz


Küsterin Antje Reewer ist froh über die große Hilfe aus der Kirchengemeinde.

Kaum ein Spinnennetz oder eine Staubschicht blieb den Helfern in der Koseler St.-Laurentius-Kirche verborgen. Auch nicht hoch oben unter der Decke. Ausgerüstet mit Staubsaugern, Tüchern und Bürsten beteiligten sich Montagfrüh etwa zwölf Bürger am Kirchenputz. Mit dieser Resonanz auf den Aufruf zur Mithilfe war Christiane Zimmermann-Stock als Vorsitzende des Kirchenvorstandes sehr zufrieden.

Besonders froh waren die Helfer über die spontan zugesagte und eingelöste Hilfe von Petra und Frank Dreves aus Sönderby. Als Vertriebsprofis für Reinigungsgeräte hatten sie einen Teleskop-reiniger mitgebracht, mit dem Frank Dreves sicher auf dem Boden stehend die Gewölbedecke in bis zu acht Metern Höhe von Staub und Spinnennetzen befreite. "Das ist eine super Hilfe", sagte Zimmermann-Stock und war begeistert, wie die Decke in ihren Farben wieder erstrahlte.

"Einmal im Jahr muss einfach alles sauber gemacht werden", sagte Ernst Settler. Er hatte sich die Fenster der Kirche aus dem 12. Jahrhundert vorgenommen. Fenster putzt er zu Hause auch, aber dort sei die Arbeit sehr viel einfacher. Allein schon die Flächen der großen Fenster in der Kirche erforderten mehr Einsatz. Für ihn, wie für die weiteren Helfer, komme der gemeinsamen Arbeit in ihrer Kirche eine ebenso große Bedeutung zu, wie der Notwendigkeit zur Reinigung. "Das macht einfach Spaß, zusammen etwas zu schaffen", sagte Edda Engel. Sie entfernte mit einem Bügeleisen Wachsflecken aus den Bankpolstern. Besonders freute sie sich, dass jedes Jahr neue Helfer zu dem Putzztermin erschienen.

So war Petra Köppen erstmalig dabei. In diesem Jahr konnte sie ihre Arbeit so planen, dass sie an dem Vormittag Zeit hatte. Für Berufstätige sei der Termin vormittags schwer zu schaffen, räumte Zimmermann-Stock ein, aber es kämen dennoch immer genug Helfer zusammen. Seit 2003 kann sich Küsterin Antje Reewer auf ihre Helfer verlassen. "Sie alleine kann das mit ihren Stunden gar nicht schaffen", sagte Settler, und nahm sich das nächste Fenster vor.

Man wundert sich, wie viele Ecken und Nischen in der alten Kirche sind, berichtete Zimmermann-Stock. Besonders der feine rote Abrieb des Ziegelfußbodens lege sich überall drauf und müsse entfernt werden. Und so wurden Lampenschirme geputzt, der Altar trocken gereinigt und alle Oberflächen abgewischt, damit zur Konfirmation am kommenden Sonntag, die Kirche wieder glänzt.

"Das Putzen ist das Eine, viel wichtiger ist die Gemeinschaft und das Gefühl, dass ist unsere Kirche", so die Kirchenvorstandsvorsteherin glücklich über die erfolgreiche Putzaktion.

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