Kirche feiert mit 200 Gästen
Die Schinkeler Kirche war für Propst Knut Kammholz schon immer ein besonderes Gotteshaus. Denn hier hat Pastor Reinhard von Kirchbach gepredigt, bei dem er Vikar war. Zwei Mal war er zur Visitation hier und hat während seiner Amtszeit immer wieder Gottesdienste in Schinkel miterlebt. Auch eine, seiner Meinung nach besonders schöne Skulptur, die er in den 70er-Jahren von seinem Freund Ferdinand Thomsen aus Oeversee geschenkt bekommen hat, steht in dieser Kirche: der "Kampf Jakobs mit Jabbok". "Das Kunstwerk zeigt den Kampf mit Gott, wie ihn viele Menschen ab und zu in sich austragen", erklärte Kammholz.
Viele Erinnerungen verbinden Kammholz also mit dieser Kirche. Am Wochenende ist eine dazugekommen. Zum letzten Mal in seiner Zeit als Propst, bevor er am kommenden Sonntag verabschiedet wird und Sönke Funck aus Hütten das Amt übernimmt, hat er gepredigt - in der Schinkeler Kirche, die an diesem Tag ihr 100-jähriges Jubiläum feierte. Durch den Gottesdienst führten außerdem Pastorin Christa Loose-Stolten und Pastor Frank Boysen.
In seiner Predigt vor rund 200 Besuchern ist Kammholz besonders auf den Wunsch der Menschen vor 100 Jahren eingegangen, eine eigene Kirche im Dorf zu haben, in der sie Zuflucht und Raum für Trauer und Besinnung finden - und das, obwohl es in Gettorf eine Kirche gab. Auf dieses Bestreben hin wurde damals in der alten Schule ein Kirchenraum eingerichtet. 50 Jahre später folgte der Bau einer Kirche.
Das sollte am Wochenende gefeiert werden. Der Pfadfinderstamm St. Jürgen hatte Zelte aufgestellt und versorgte die Gäste mit Getränken und Essen vom Grill. Für Kinder gab es eine Hüpfburg. "Wir helfen gerne bei Festen der Kirche. Wir sind ja auch ein christlicher Pfadfinderstamm", erklärte Friedl von Alhften, Stammesführer der Pfadfinder. "Außerdem können wir das gut", fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.
"Ein schönes Fest", lobte Michaela Unmak aus Schinkel, die mit ihrer Tochter Lina zum Fest gekommen war, weil ihr Kindergarten "Sonnenstern" ein Kreuz aus Pflanzen zum Kirchengeburtstag gebastelt hatte und dies auf der Feier überreichte.
Auch Knut Kammholz gefiel das Fest. Wenn er am Sonntag verabschiedet wird, will er sich erst einmal etwas zurückziehen und ein Vierteljahr Urlaub machen. "Wenn mich danach ein Dorfpastor fragt, ob ich als Vertretung predigen kann, bin ich bereit", verspricht der 67-Jährige.
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