In vier Wochen erklingt die neue Orgel zum ersten Mal in der Friedhofskapelle
"Diese Orgel wollte immer schon hierher!" Kantor Norbert Klose (l.) hilft Hagen Wehrend beim Einbau der Pfeifen ins neue Instrument. Foto: Kühl
Die Kapelle am neuen Friedhof bekommt eine neue Orgel. Das alte Exemplar wurde vor einer Woche abtransportiert (wir berichteten), und jetzt wird das Nachfolgemodell aufgebaut. Die Kirchengemeinde Hohenwestedt hat in Witten bei Bochum eine gerade mal 17 Jahre alte Orgel zum "Schnäppchen"-Preis von 19 000 Euro erworben. Vorgestellt wird das neue Instrument bei einem Gottesdienst am 30. Mai.
"Die Orgel sieht aus, als wenn sie für dies Gebäude gemacht wäre!" Obwohl erst die äußeren Prospektpfeifen aufgebaut sind und das technische Innenleben noch größtenteils fehlt, ist Norbert Klose schon jetzt begeistert. "Die Orgel hat hier von vornherein hingehört", meint der Kantor augenzwinkernd.
Bis vor einer Woche hat in der Friedhofskapelle noch eine wesentlich kleinere und in ihren klanglichen Möglichkeiten beschränkte Orgel ihren Dienst verrichtet. Die Tage dieses 44 Jahre alten Instruments waren gezählt, seit Orgelbauer Christian Lobback im vergangenen Herbst einen Renovierungsbedarf in Höhe von etwa 8000 Euro diagnostizierte. Als sich die Kirchengemeinde daraufhin zum Erwerb eines neuen Instruments entschied, hatte Lobback auch schon ein geeignetes Exemplar für die Hohenwestedter parat: eine Orgel (Baujahr 1993) der Kirchengemeinde Witten bei Bochum, die nicht mehr gebraucht wird, weil die Kirche, in der sie stand, in ein Kulturzentrum umgewandelt worden ist. Seit er die Witten-Orgel im November inspizierte, freut sich Kantor Klose auf sein neues Arbeitsgerät. "Diese Orgel hat zwölf Register und zwei Manuale, während unser bisheriges Modell nur sechs Register und ein Manual hatte", erläutert der Wettersberger, "das sind klangliche Möglichkeiten, die ich hier in der Kapelle immer entbehren musste." Dass es sich beim Anschaffungspreis von 19 000 Euro um ein "Schnäppchen" handelt, bestätigt Dietmar Franke von der Firma Lobback (Neuendeich): "Wenn wir so eine Orgel neu bauen würden, läge der Preis bei ungefähr 200 000 Euro."
Dietmar Franke und sein Kollege Hagen Wehrend haben die Orgel vor einer Woche in Witten demontiert und sind nun dabei, das Instrument in der Friedhofskapelle aufzubauen. "Die Orgel wird hier viel besser klingen als in Witten", ist Franke überzeugt, "in Witten herrschte nämlich mehr eine Art Wohnzimmerakustik."
Bis die 676 Pfeifen der neuen Orgel ihre ganze Klangfülle entfalten können, wird es allerdings noch ein paar Tage dauern. Während das alte Exemplar in anderthalb Tagen demontiert war, dauert die komplette Installation des neuen Modells etwa zweieinhalb Wochen. Am meisten Zeit werde das Festlegen des Klangcharakters einer jeden Pfeife beanspruchen, weiß Franke: "Dies Intonieren wird sechs bis sieben Tage dauern, das anschließende Stimmen der Orgel kann man dann in fünf bis sechs Stunden schaffen."
Zur Vorstellung des neuen Instruments wird die Kirchengemeinde Hohenwestedt den Gottesdienst am Sonntag, dem 30. Mai (10 Uhr), von der Peter-Pauls-Kirche in die Friedhofskapelle verlegen. "Wir wollen die Einweihung der neuen Orgel angemessen feiern", kündigt Klose an, "es wird einen Empfang, einen Begrüßungsgottesdienst und dann ein 30- bis 45-minütiges Orgelkonzert geben."
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