HSH Nordbank: Heftiger Streit um Millionengehälter
Ein Beschluss des Kieler Landtags, die Gehaltsobergrenze für Manager der HSH Nordbank aufzuweichen, sorgt für heftigen Streit zwischen Regierung und Opposition. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner warf vor allem der FDP "Missachtung des Parlaments" vor. Der Landtag hatte am späten Mittwoch abend mit der Mehrheit von CDU und FDP gegen die Stimmen der Opposition beschlossen, neuen Vorständen eine "variable, am langfristigen Erfolg des Konzerns orientierte Zusatzvergütung" zu ermöglichen. Damit wird die bisher geltende Gehaltsobergrenze von 500 000 Euro pro Jahr inklusive aller Sonderzahlungen ausgehebelt. Strittig ist auch, ob die Altersversorgung noch zu den 500 000 Euro hinzukommt.
Die Opposition von SPD, Grünen, Linken und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) kritisierte, dass es für die Gehälter neuer Manager gar keine Deckelung mehr gebe. Jetzt sei alles möglich, betonte Grünen-Fraktionschef Robert Ha beck. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) verteidigte die Erfolgsprämien. "Wir möchten gerne, dass die Bank durch gute Leute schnell in die Gewinnzone kommt."
Unterdes schlittert die HSH Nordbank immer tiefer in die roten Zahlen. Der Konzernverlust lag in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 821 Millionen Euro - nachdem es im Vorjahreszeitraum 466 Millionen Euro waren. "In der Gesamtschau hat sich die Lage der Bank weiter stabilisiert. Wir bleiben überzeugt, ab dem Jahr 2011 wieder positive Ergebnisse zeigen zu können", kommentierte Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher die Zahlen. "Die Bank zeigt damit, dass die Restrukturierungsmaßnahmen greifen." Die Zahl der Mitarbeiter wurde seit Anfang des Jahres von 5070 auf 4365 Beschäftigte reduziert. Schleswig-Holsteins ehemaliger Wirtschaftsminister Werner Marnette warnte: "Die Zahlen der HSH Nordbank sind gefährlich für das Land"
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