Südtondern-Jahresrückblick Teil 1

Hertie-Pleite und Kohlendioxid-Speicher

29. Dezember 2009 | 04:40 Uhr | Von Ute Weiß

Leerstand: die ehemalige Hertie-Filiale. Foto: Stephan Bülck

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Südtondern. In der Gemeinde Bosbüll beginnt das Jahr 2009 mit einer weit reichenden Entscheidung: Während einer Einwohnerversammlung beschließen die Bürger Anfang Januar, das in die Jahre gekommene Gemeindehaus abzureißen und ein neues zu bauen.

Über ihren bereits fertigen Neubau freuen sich die Galmsbüller: Hier wird das neue Landjugendheim eingeweiht. Es hat 800 000 Euro gekostet, 500 000 Euro steuerte die Bürgerwindpark-Galmsbüll-Stiftung bei.

Eine Hiobsbotschaft erreicht am 27. Januar die Hertie-Mitarbeiter: Der Düsseldorfer Insolvenz-Verwalter kündigt die Schließung der Standorte in Mölln und Niebüll zum 1. März an. Das Aus für Niebüll kommt bereits im Februar. Seither steht das Gebäude leer.

Noch nie dagewesene Dimensionen

Mit einem spektakulären Transport werden Ende Januar die 61,5 Meter langen Rotorblätter der Ellhöfter Supermühlen aus Dänemark an ihren Bestimmungsort an der deutsch-dänischen Grenze verfrachtet. Das erfordert entlang der Strecke Vorkehrungen in einer bisher noch nie dagewesenen Dimension. Das gilt auch für den Transport der 400 Tonnen schweren Gondel, die über den Seeweg von Bremerhaven nach Dagebüll befördert wurde und von dort aus auf einem Tieflader an ihren Bestimmungsort rollte.

In Leck stoßen Abriss-Pläne auf massiven Widerstand. Im Fachausschuss wird im Februar über die Pläne für den Abriss der Karlsburg und den Neubau eines Penny-Marktes informiert. Bürger und Kommunalpolitiker setzen sich für den Erhalt der Karlsburg ein.

Mit einer Feierstunde wird Ende Februar der Wechsel der Trägerschaft für die Friedrich-Paulsen-Schule vollzogen. Das Amt Südtondern übernimmt das Gymnasium vom Kreis.

Moderne Feuerwache

Grund zum Feiern gibt es Anfang März auch bei der Feuerwehr Niebüll-Deezbüll. 1,9 Millionen Euro investierte die Stadt in den Um- und Erweiterungsbau am Peter-Schmidts-Weg. Die Einweihung findet in großer Runde mit 400 Gästen statt.

Neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen Mitte März Mitarbeiter der Mürwiker Werkstätten in Karlum: Sie legen drei neue Knicks in der Nähe des Gläserkrugs an.

Mehr Raum gibt es auch für die Jugendherberge in Niebüll. Mit einer Einweihungsfeier wird Anfang April die Erweiterung um 48 auf nunmehr 128 Schlafplätze gewürdigt.

Rasanter Zulauf

In der Sitzung des Amtsausschusses Südtondern im Mai kommt der Stein ins Rollen. Der Amtsdirektor weist auf eine Infoveranstaltung für die Bürgermeister über Pläne zur CO2-Speicherung hin. Betroffen sind auch zehn Kommunen im Amtsbereich. Klimaforscher Professor Dr. Olav Hohmeyer weist in einem Interview auf die Risiken der Speicherung hin. In der Gemeindevertretersitzung in Leck wird über die Pläne diskutiert. Bürger und Kommunalpolitiker stellen sich gegen das Projekt. Mitglieder des Seniorenbeirates demonstrieren auf dem Kirchplatz. In Leck, Niebüll, Enge-Sande und Stadum wird jeweils montags gegen die Pläne des RWE-Konzerns demonstriert. Dazu werden auf Amtsebene in Leck und Niebüll große Info-Veranstaltungen organisiert. Der Protest hält an - trotz des Rückziehers, den führende Unionspolitiker in Berlin machen. Die Bürgerinitiative "Stoppt das CO2-Endlager" verzeichnet rasanten Zulauf.

Besucheransturm bei der Bundeswehr

Im Juni steht die Bundeswehr in Leck im Mittelpunkt. Es gibt drei Anlässe zu feiern: 50 Jahre Bundeswehrstandort Stadum/Leck, 30 Jahre Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in Leck und 50 Jahre Flugabwehrraketendienst als fester Bestandteil der Luftwaffe. Rund 7500 Bürger finden sich zum Tag der offenen Tür auf dem ehemaligen Flugplatz ein.

Auf großes Interesse stößt auch der Tag der offenen Tür bei der Luftrettung in Niebüll. Rund 1000 Besucher lassen sich am vorletzten Juni-Wochenende von den Rettungsorganisationen informieren.


 

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