Nicht rentabel

Das Aus für Hertie in Mölln und Niebüll

10. Februar 2009 | 10:35 Uhr | Von lno/shz.de

Zwei Hertie-Filialen in Schleswig-Holstein schließen - fünf stehen noch auf der Kippe. Foto: Schönstedt

Die Hertie-Warenhäuser in Mölln und Niebüll sollen Ende Februar endgültig geschlossen werden. Was aus den anderen Filialen in Schleswig-Holstein wird, ist noch offen.

Wie die Zentrale des insolventen Unternehmens in Essen mitteilte, wird es bis dahin noch einen Schlussverkauf in beiden Häusern geben. Die Filiale in Hamburg-Langenhorn wird voraussichtlich bis zum 7. März geöffnet bleiben.

Geschäftsführung und Betriebsrat einigten sich darauf, dass bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Hertie hatte vor gut einem halben Jahr Insolvenz angemeldet und Ende Januar angekündigt, 19 seiner bundesweit 73 Filialen zu schließen.

Mieten für restliche Filialen müssten sinken

Was mit den anderen fünf Filialen in Elmshorn, Rendsburg, Itzehoe, Schleswig und Husum passiert, ist noch offen. Bundesweit 54 Filialen ließen sich laut Insolvenzverwalter wirtschaftlich führen - wenn die Mietkosten sinken. Bis Ende Februar muss allerdings ein Investor gefunden werden, sonst stehen auch diese Filialen vor dem Aus. Am Wochenende kamen Schweizer Investoren ins Spiel.

Es wird spekuliert, dass sie jedoch nicht alle 54 vom Insolvenzverwalter als wirtschaftlich erachteten Standorte übernehmen wollen. Das Interesse soll sich alerdings lediglich auf 40 bis 45 Filialen beschränken - mit steuerlicher Hilfe der Bundesländer. Rendsburgs Bürgermeister Andreas Breitner bestätigt diese Spekulation zwar nicht. Aber er hat als Sprecher der Hertie-Initiative Schleswig-Holstein klare Forderungen: "Wer auf Steuergelder spekuliert, muss alle Arbeitsplätze erhalten." Für ihn und seine Kollegen käme im Falle der Übernahme von nur knapp 40 Kaufhäusern keine Hilfe der Länder in Frage. "Vielleicht befinden sich unter Streichkandidaten weitere Standorte in Schleswig-Holstein", meint Breitner. Dieses Vorhaben dürfe das Land nicht unterstützen.


 

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