Frühförderung auf neuen Beinen

9. Februar 2009 | 04:30 Uhr | Von Rainer Fischer

Abgestimmte heilpädagogische Leistungen werden in der Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) angeboten. Am Sonnabend war die Eröffnung.

Das Team vom IFF: Ingrid Klein (Leiterin), Martina Wölfl (Physiotherapie), Berit Casper (Ergotherapie), Katrin Trotz (Logopädie) und Susanne Voss (Geschäftsführerin der LeDie, Träger des neuen IFF). Foto: Fischer

Zeigen kleine Kinder in ihrem sprachlichen, motorischen und sozialen Verhalten Auffälligkeiten oder sind sie von Geburt an behindert, ist eine medizinische oder heilpädagogische Behandlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt dringend angeraten. Nur so wird einem Entwicklungsrückstand vorgebeugt.

Bei dieser sinnvollen Frühförderung greifen gleich mehrere Disziplinen. Das deutsche Gesundheitswesen ist jedoch derart kompliziert, dass unterschiedliche Heilansätze nicht immer optimal abgestimmt werden können - problematisch sind die Kosten und ihre Träger. Die Landespolitik hat auf diese Situation vor zwei Jahren mit einer "Landesrahmenvereinbarung" reagiert - nicht zuletzt dank hartnäckiger Lobbyarbeit sozialer Einrichtungen wie Adelby 1. So hat deren Leiterin Brigitte Handler mit ähnlichen Institutionen im Land versucht, eine Lösung anzustoßen, bei der die Kleinsten bei Bedarf von einer so genannten "Komplex-Leistung" profitieren. Dabei wirken mehrere Heilberufe interdisziplinär zusammen.

Als Ergebnis dieser jahrelangen Bemühungen steht Eltern aus Flensburg und dem Kreis ab sofort eine "Interdisziplinäre Frühförderstelle", kurz IFF, zur Verfügung. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und hat für Schleswig-Holstein Pilotfunktion. "Wie ist der Vertrag zustande gekommen und wie läuft das Projekt?" Diese Fragen beantwortete Susanne Voss bei der IFF-Eröffnung am Sonnabend. Sie ist Geschäftsführerin der gemeinnützigen "Lebenshilfe Dienstleistungen" (LeDie), dem Träger des Vorhabens. Bei dem Angebot kooperiert die LeDie eng mit dem Therapeutischen Zentrum Flensburg im Gesundheitszentrum am Stadion. Hier werden die erforderlichen kindgerechten Therapien bereits seit einem Jahrzehnt angeboten.

Drei Mitarbeiterinnen bringen ihre jahrelangen Erfahrungen in das IFF ein: Für die Logopädie Katrin Trotz, in der Physiotherapie Martina Wölfl und als Ergotherapeutin Berit Casper. Leiterin und erste Ansprechpartnerin ist Ingrid Klein. "Wir bieten Eltern vor Ort und bewusst niedrigschwellig Hilfe an; sie dürfen sich bei uns unter 0461-168 45 975 auch nur mal informieren", sagt sie. Mit dabei sind außerdem die jugendärztlichen Dienste von Stadt und Kreis; sie wirken bei Diagnose und Kostenübernahme mit, ähnlich wie die Krankenkassen. Eltern können ihre Kinder vom Kinderarzt zum IFF überweisen lassen - im Bedarfsfall entstehen ihnen keine Kosten.

Wichtig dabei: Die Leistungen werden von den Kassen "budgetfrei" genehmigt, die Ärzte unterliegen dabei keiner Deckelung. "Das IFF ist hinsichtlich einer Vernetzung von Medizin, Pädagogik und Therapie sehr sinnvoll. Uns Kinderärzte interessiert jetzt das Procedere", so Dr. Helmut Outzen. Zeitnah sollen die

class="csc-sword">Flensburger Ärzte über das neue IFF informiert werden. Zweiter Bürgermeister Jochen Barckmann attestierte dem IFF in der Fichtestraße 11 anlässlich der Eröffnung: "Das soziale Netz in Flensburg ist jetzt um eine Facette reicher geworden."


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