Forschercamp für neugierige junge Talente
Kunstform Kaligraphie: Nach einem Tag konnten die Schüler erste Zeichen zu Papier bringen. Foto: Messerschmidt
Mit einem Morgenimpuls - ein Musikstück, Textvortrag oder einer Tai-Chi-Übung - beginnt für die 15 Kinder der Tag. Anschießend beginnen die Kurse, in denen die elf Jungen und vier Mädchen ihren besonderen Begabungen und Fähigkeiten nachgehen können. Die meisten Kinder kommen aus Norddeutschland, fünf vom Gymnasium Burgkunstadt. Die Gruppe aus der oberfränkischen Stadt zählt zu den Preisträgern von "Jugend forscht" und hat die Dehnbarkeit von Kaugummi untersucht. Dafür sind sie mit einem Leistungsstipendium belohnt worden und durften an dem "Sommer der Talente" in Louisenlund teilnehmen. Für die anderen Schüler kostet der einwöchige Aufenthalt mit Kost und Logie 800 Euro.
Die Ausschreibung für den "Talentesommer" richtete sich an begabte und interessierte Schüler. "Wir suchten aber nicht nur Einserkandidaten", betonte Schulleiter Dr. Werner Esser. Vor allem eine Portion Neugierde müssten die Kinder mitbringen. Außerdem Fantasie und die Lust, sich mit anderen auszutauschen. Vor allem sollen die Kinder keine Hemmungen haben, ihre Talente und wissenschaftlichen Ehrgeiz zu zeigen. "Das, was sie hier in dieser Woche machen, gilt anderswo als uncool", berichtet Petra Schreiber, die mit Petra Bahr die Leitung des Projekts hat. Schreiber ist freie Bildungsreferentin für begabungsfördernde Schulentwicklungsmaßnahmen, Bahr Lehrerin an der Internatsstiftung. An ihren Schulen würde diese Kinder nicht in die Norm passen, sportliche Höchstleistungen würden von Mitschülern wertgeschätzt, Talente in Naturwissenschaften nicht anerkannt. Querdenker seien oftmals fehl am Platz.
Technisches Verständnis ist beim Kurs von Frank Heeger gefragt. Der Studienrat und Mathematiklehrer stieß mit seinen selbst gebauten und programmierten Robotern auf Begeisterung und Forscherdrang bei den Schülern. Aus Lego-Bausätzen mit Motoren, Sensoren und Mini-Computer konstruierten die jungen Ingenieure Roboter, die auf Stimmen regieren und über das Handy gesteuert werden können. "Jeder lernte von dem anderen, das war toll zu beobachten, wie die Kinder probieren und Probleme lösen." Das sei auch einer der Leitsätze der Internatsstiftung, betonte Schulleiter Esser: "Es darf nicht nur doziert werden, die Schüler sollen experimentieren und reflektieren."
Mit Dr. Kristina Calvert, Kinderphilosophin aus Hamburg, und dem Kommunikationswissenschaftler und Graphik-DesignerChiu-Hui Sung kann die Internatsstiftung in dieser Woche mit "Kaligraphie und Philosophieren über Freundschaft" einen weiteren ungewöhnlichen Kursus anbieten. So erfahren die Kinder hier, dass die Kaligraphie mehr ist, als nur das Schreiben von Schriftzeichen, sondern vielmehr eine Kunstform ist. Sportangebote wie Tennis, Fußball und Segeln runden das Programm ab.
Am Ende der Woche gab es eine Präsentation für die Eltern in der Kunst- und Kulturhalle.
.www.louisenlund.de
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