Demo und Menschenkette
Flensburg demonstriert für Erhalt der Universität
Menschenkette, Demo und Sitzstreik - ganz Flensburg protestiert gegen den drohenden Verlust der Universität. Mehr als 2000 Studenten, Professoren und Flensburger sind am Donnerstag für den Erhalt ihrer Uni auf die Straße gegangen. Sie zogen zunächst in einem Protestmarsch vom Campus in die Innenstadt. In der Kieler Landesregierung soll es Pläne geben, die Uni aus Kostengründen zu einer Pädagogischen Hochschule (PH) herunterzustufen, sie mit der Fachhochschule Flensburg zu verschmelzen oder sie an die Uni Kiel anzugliedern.
"Die Konsequenz wäre ein Verlust von Einwohnern, Kaufkraft, Bildung und Zukunft in der Region. Das Grenzgebiet braucht die Uni Flensburg", sagte die SSW-Landtagschefin Anke Spoorendonk auf einer Kundgebung. In Anlehnung an eine bisweilen lebensgefährliche Bestrafungsaktion aus der früheren Seefahrt war auf Transparenten zu lesen: "Ihr könnt uns doch nicht kielholen!"
"Für Carstensen hört Bildungspolitik am Kanal auf"
Nach einem geplanten Sitzstreik auf einer der zentralen Kreuzungen der Stadt bildeten die Demonstranten eine Menschenkette um die Flensburger Hafenspitze. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Kiel auf Kosten unserer Region saniert", betonte Flensburgs Stadtpräsident Christian Dewanger. Ein Studentenvertreter meinte: "Für Carstensen hört Bildungspolitik am Nord-Ostsee-Kanal auf." Er beklagte, dass die Uni Kiel zuletzt vom Land mit 20 Millionen Euro für eine Exzellenz-Initiative gefördert worden sei, die Uni Flensburg aber auf der Internetseite des Wissenschaftsministers nicht einmal erwähnt werde.
Die Universität Flensburg hat rund 3800 Studenten, davon rund 800 in Wirtschaftswissenschaften wie Internationales Management. Diese Studiengänge würden bei einer Zurückstufung zu einer PH wegfallen. Nach Angaben der Uni hat die regionale Wirtschaft in den vergangenen Jahren rund drei Millionen Euro investiert, um den Zweig Wirtschaftswissenschaften aufzubauen. "Dieses Geld wäre in den Wind geschossen, wenn das Institut geschlossen wird", sagte Uni-Präsident Lutz R. Reuter. Seine designierte Nachfolgerin Waltraud Wende, die extra von Groningen in den Niederlanden angereist war, sprach von einem "Angriff auf die Zukunft der Bildung und der Region".
Auch die Industrie- und Handelskammer Flensburg (IHK) sprach sich für einen Verbleib der Uni aus. "Eine Rückstufung zur Pädagogischen Hochschule kann weder im regional- noch im bildungspolitischen Interesse des Landes Schleswig-Holstein sein", sagte IHK-Präsident Uwe Möser. Es müsse vielmehr mit der "Syddansk Universitet" im dänischen Sonderburg darüber nachgedacht werden, wie die grenzüberschreitenden Studiengänge ausgebaut und weiter entwickelt werden können. "Warum sollten wir hier nicht (...) eine grenzüberschreitende Europa-Universität als Netzwerk der Hochschulen im deutsch-dänischen Wirtschaftsraum bilden?", fragte Möser weiter. Dies eröffne auch Zugang zu Bundes- und EU-Mitteln für die Hochschulen. Er unterzeichnete mit Vertretern der Wirtschaft, Politik und der Hochschulen eine Resolution zum Erhalt der Universität.
Das Land demonstriert - in Bildern
Leserkommentare
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aber ich finde den Artikel etwas demagogisch.
"ganz flensburg demonstriert......"
also bitte; die Uni hat annähernd 4000 Studenten zzgl.Mitarbeiter etc.
nun sind 2000 bei einer Demo für den Erhalt.
Studenten,Mitarbeiter und "normale" Flensburger.
Wie kann man denn schreiben,dass ganz Flensburg demonstriert?!
Wenn man die Fachhochschüler hinzurechnet dann sieht es ja wohl noch "düsterer" aus bzgl. der Demo-Beteiligung.
Der Leitsatz des Artikels und Teile des Inhalts sind fern der Realität,um es mal vorsichtig auszudrücken.