Nach Störfall

Erneut Schwachstellen im AKW Brunsbüttel entdeckt

12. November 2007 | 15:41 Uhr | Von dpa

Seit Juni nicht mehr am Netz: Das Kernkraftwerk Brunsbüttel. Foto: dpa

Neue Schäden im Atomkraftwerk Brunsbüttel: Bei Untersuchungen sind Oberflächenrisse entdeckt wurden. Sie sollen die Funktion aber nicht beeinträchtigen. Die Anlage steht seit einem größeren Störfall im Juni still, das Kraftwerk ist nicht am Netz.

Brunsbüttel. Oberflächenrisse an zwei Armaturen im Atomkraftwerk Brunsbüttel: Betreiber Vattenfall meldete am Montag die Schäden am Reaktorwasserreinigungssystem. Sie wurden untersucht, nachdem im Kraftwerk Krümmel Risse ermittelt worden waren. In Brunsbüttel wurde jetzt auch im Unabhängigen Notstandssystem eine Kleinleckage an einem Messanschluss ausgemacht. Die Funktion als Ersatzsystem zur Kühlung bei einem Störfall sei nicht beeinträchtigt gewesen, teilte das Unternehmen mit. Beide Vorfälle gehörten in die Kategorie "N" (Normal) und hätten daher untergeordnete sicherheitstechnische Bedeutung, hieß es.

Neuer "Kernsicherheitschef" bei Vattenfall

Unterdessen schafft Vattenfall nach den Zwischenfällen in deutschen und schwedischen Atomkraftwerken den neuen Posten eines "Kernsicherheitschefs". Mit wem die neue Stelle besetzt wird, gab der Energiekonzern noch nicht bekannt. Fest steht, dass der "Kernsicherheitschef" dem Konzernchef Lars G. Joseffson direkt unterstellt wird. Außerdem werde Vattenfall einen "Atomsichrheitsrat" für die Gesamtgruppe mit Joseffson an der Spitze einrichten.

Im Juli 2006 waren im Reaktor 1 des Atomkraftwerkes Forsmark nach einem Kurzschluss mit Reaktorstopp Sicherheitssysteme ausgefallen. Im AKW Brunsbüttel hatte ein Kurzschluss im Juni dieses Jahres einen Generator lahmgelegt, in Krümmel war ein Transformatorenhaus nach einem Kurzschluss ausgebrannt. Beide Meiler sind nach diesen Pannen seit Sommer vom Netz.


 

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