THW Kiel
Ermittlungsverfahren gegen Schwenker und Serdarusic
Die Kieler Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Uwe Schwenker (Foto) und Noka Serdarusic eingeleitet. Foto: dpa
EHF-Präsident Tor Lian zeigte sich "sehr besorgt" und forderte eine "konsequente Aufklärung" des Falls. Bei einem Treffen mit Geschäftsführer Frank Bohmann und Präsident Reiner Witte von der Handball-Bundesliga (HBL) am Montag in Wien vereinbarten beide Verbände eine enge Zusammenarbeit, um die Hintergründe der Affäre aufzuklären.
Gegen THW-Manager Uwe Schwenker ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Kiel. Grund sei der Verdacht der Untreue, teilte Oberstaatsanwalt Uwe Wick mit. "Der Anfangsverdacht hat sich Ende der Woche verdichtet", sagte Wick am Montag. Gegen den früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic werde zudem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt. Es sei noch nicht absehbar, wann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden könne, sagte Wick weiter. "Wir sind mitten in den Ermittlungen." Schwenker und Serdarusic bestreiten die Vorwürfe.
Bereits am Sonntag hatten laut Wick Mitarbeiter des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Kiel mehrere Gebäude durchsucht - nach Informationen des Internetportals "Spiegel-online" die THW-Geschäftsstelle und einige Privatwohnungen. Einzelheiten wollte der Staatsanwalt nicht bestätigen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", betonte Wick. Allerdings gelte weiter die Unschuldsvermutung. "Wir sind noch weit weg von einer Verurteilung."
THW sicherte "umfangreiche Kooperation" zu
Auslöser für das Ermittlungsverfahren sei unter anderem ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" gewesen, sagte Wick weiter. Demzufolge soll der THW mindestens zehn Champions-League-Spiele manipuliert haben. Allein für das Finale 2007 gegen die SG Flensburg- Handewitt sollen 96 000 Euro geflossen sein.
Schwenker hatte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa bereits juristische Schritte angekündigt, um "gegen die Verursacher dieser verleumderischen Gerüchte vorzugehen". Wick betonte, eine Anzeige des THW und seines Managers wegen Verleumdung liege ihm nicht vor. Ein Gesellschafter des THW Kiel habe ihm in einem Gespräch jedoch eine "umfangreiche Kooperation" zugesichert.
Storm: "Ich habe doch nur Nachteile im Moment"
Thorsten Storm, Manager vom Bundesliga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen, fürchtet durch die THW-Affäre einen Imageschaden für den gesamten Handball. "In dieser ganzen Sache hat sich der ganze Handball nicht mit Ruhm bekleckert, alle nicht", sagte Storm nach dem Einzug der Badener ins Champions-League-Viertelfinale am Sonntagabend. Der Löwen-Beiratschef Dieter Matheis hatte in seiner Funktion als Aufsichtsrat des Ligaverbandes HBL die Affäre mit einem Brief an Kiels Manager Uwe Schwenker ins Rollen gebracht. Der THW weist Manipulations-Vorwürfe zurück.
Storm bestätigte indes, dass die Mannheimer wegen der Gerüchte den Vertrag mit dem früheren Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic kündigen wollten. "Da die Gerüchte von verschiedenen Seiten immer wieder kamen aus Kiel, haben wir gesagt: Das geht nicht", erklärte der 44-Jährige. Serdarusic, der im Sommer einen Dreijahresvertrag bei den Löwen antreten sollte, sei dem Verein jedoch zuvorgekommen und habe selbst um Auflösung des Kontrakts gebeten.
Storm: "Wir haben niemanden angeklagt"
Nach Informationen des "Spiegel" sollen Schiedsrichter bei mindestens zehn Champions-League-Spielen des THW bestochen worden sein. Darunter auch das gewonnene Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt, bei der Storm damals Manager war. Serdarusic soll bei einem früheren Treffen mit Löwen-Vertretern die Mitwirkung an Bestechungen eingeräumt haben. "Wir haben niemanden angeklagt", betonte Storm. "Für uns war der Fall auch abgeschlossen." Er habe kein Interesse daran, dem Konkurrenten aus Kiel Schaden zuzufügen, versicherte der Manager. "Ich habe doch nur Nachteile im Moment", sagte Storm. Serdarusic hat bislang beteuert, weder manipuliert noch jemand anders beschuldigt zu haben.
Allerdings hatte Löwen-Gesellschafter Jesper Nielsen in der vergangenen Woche die Vorwürfe gegen die Kieler bekräftigt. Angeblich soll THW-Manager Uwe Schwenker die Bestechungen im Gespräch mit Nielsen zugegeben haben. Die Kieler wiesen dies als "falsch und frei erfunden" zurück.
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Wer ist eigentlich beim THW Kiel für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ? Ist ja genauso ein Trauerspiel der öffentlichen Darstellung wie bei der HSH Nordbank oder in der Staatskanzlei ? Public Relation in schwierigen Zeiten kann eben nicht jeder - was machen wir denn da bloß ? Schlage vor, man hole so erfahrene Krisenmanager wie den pensionieren Hauptgeschäftsführer der IHK Wolf Rüdiger Jantzen aus dem Altersteilurlaub zurück und weiß dann um ruhigere Fahrwasser und eine sichere Hand.