Die Kirche braucht ein neues Dach

22. April 2010 | 06:25 Uhr | Von Tina Jäger

Das Dach der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Schilksee muss erneuert werden. Auf der Sitzung des Vorstands der Kirchengemeinde Schilksee-Strande erläuterte Dr. Claus Rauterberg, Vorsitzender des Bauausschusses der Kirchengemeinde, die Planungen, die noch vor den Sommerferien umgesetzt werden sollen.

Architekt Jan Schulz vom Schilkseer Architekturbüro Bock, Schulz und Partner habe bereits in einer morgendlichen kleinen Bauausschusssitzung ein Leistungsverzeichnis der nötigen Arbeiten vorgestellt. Nach diesen Plänen entspreche das neue Dach dem modernsten Stand der Technik. So solle es beispielsweise ein Unterdach als zweite Entwässerungsebene geben. Statt vier sollen nach der Restaurierung 20 Zentimeter Wärmedämmung bestehen. Schulz rechne mit einer Einsparung von 40 Prozent der bisherigen Heizkosten, so Rauterberg. Und auch die Elektrik der Kirche werde renoviert. "Wir brauchen mehr Licht über dem Mittelgang", so Rauterberg. Ein Fachmann vom Lichtinstitut in Wismar sei bereits eingeschaltet, zusätzliche abgehangene Deckenleuchten seien voraussichtlich die Lösung. Eine neue Verkabelung gehöre somit auch zur Dachsanierung. Pastor Peter Scharfenberg betonte, dass sich durch ein neues Beleuchtungssystem ganz neue Möglichkeiten für die Ausgestaltung der Gottesdienste ergäben. "Altarbereich und Taufe können hervorgehoben werden", so Scharfenberg. Mithilfe des Lichts könne die Stimmung, je nach Schwerpunkt des Gottesdienstes, betont werden.

Der Plan von Schulz liege nun der Baufachfrau des Kirchenverwaltungskreises zur Prüfung vor. Bei Genehmigung sollen die Pläne an Baufirmen rausgeschickt und Angebote eingeholt werden. "Erst dann werden wir genau wissen, wie teuer das wird", so Rauterberg. Rund 70 000 Euro stehen aus dem Haushalt und der Bauerhaltungsrücklage der Kirchengemeinde zur Verfügung. "Ich denke, dass wir die Maßnahme decken können", kündigte Vorstandsmitglied Elke Holland an.

Für die Kirchengemeinde bedeutet die Dachsanierung jedoch, dass alle Gottesdienste während der voraussichtlich vierwöchigen Bauphase im Gemeindesaal stattfinden müssen. "Das geht nicht anders", so Rauterberg, "denn die alten Dachplatten sind so brüchig, dass Einbruchgefahr besteht." Für die Restaurierung müsse daher ein Fanggerüst im Inneren der Kirche aufgebaut werden. Der genaue Baubeginn sei noch nicht festgelegt, solle jedoch wahrscheinlich zwischen Mitte Juni und Mitte Juli liegen.

In Hinsicht auf die Pläne, eine Photovoltaikanlage auf der Südseite des Dach des Schikseer Kindergartens zu errichten, rechnete Rauterberg vor, dass mit jährlichen Einnahmen von rund 4000 Euro zu rechnen sei. "Im Moment ist es jedoch nicht möglich, ein Solarmodul oder auch nur eine Halterung dafür zu bekommen", so Rauterberg. Aufgrund der Pläne der Regierung, die Einspeisevergütung ab den 1. Juli um 17 Prozent zu senken, sei sämtliches Material ausverkauft und die entsprechenden Ingenieure ausgebucht. Anfang Juni solle daher erneut eine Ausschreibung für die Errichtung der Anlage und im Oktober die Umsetzung erfolgen.

Vorstandsvorsitzender Clemens Schlomka regte in der Versammlung an, eine Versicherung bei Schlüsselverlust für die ehrenamtlichen Kirchenhelfer abzuschließen. Der Vorstand beschloss, sich einen Überblick über die Kosten dafür zu machen und dann erneut darüber zu beraten.

Kirchenvorstandsmitglied Karoline Zucker berichtete von der Kinder- und Jugendarbeit. Ein Antrag des Kindergartens auf Sprachförderung sei von der Stadt bewilligt worden. Zudem beschloss der Vorstand, an einem Projekt des Bildungs- und Kulturministeriums teilzunehmen, das mit dem Modell vier Tage Kindergarten, ein Tag Schule auf die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Schulen und Kindergärten abziele. "Dadurch erreichen wir einen neuen Status, um gewisse Veranstaltungen und Maßnahmen zu veranstalten", so Zucker, die den Vorschlag in die Sitzung brachte. Einzige Kosten, die der Kirchengemeinde dadurch entstehen würden, seien die Fahrtkosten der beiden teilnehmenden Pädagogen.

Des Weiteren konnte sie von der Bildung einer neuen Jugendgruppe, den "Kirchenfreaks" berichten. Ein Gruppe von Elf- bis 13-Jährigen hätte sich unter diesem Namen zusammengetan, wolle sich alle zwei Monate treffen und unter anderem am 15. Mai eine Rallye für Kinder organisieren. Die nächste Jugendandacht findet am Sonntag, 25. April, um 18 Uhr statt und der nächste Jugendgottesdienst wird wegen der Fußball-WM-Übertragungen vorsorglich vom 3. Juli auf den 4. Juli verschoben. Scharfenberg betonte in diesem Zusammenhang, dass die Kirche ein Abkommen mit der FIFA habe, sie dürfe Public Viewing veranstalten - die WM sei ein gelungenes Beispiel für die ökumenische Weite.

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