Den Untergang hinauszögern
Husum. Das größte Drama schreibt das Leben: Am Landestheater wehrt man sich nach Kräften dagegen, dass bald der letzte Vorhang fällt. Und auch im Sinfonieorchester herrscht die nackte Angst vor dem unwiderruflichen Schlussakkord. Dem Ensemble geht es schlecht (wir berichteten mehrfach). Wie schlecht, das erfuhren jetzt die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport einmal aus erster Hand: Peter Grisebach, der neue Generalintendant des Landestheaters, fasste mit Verwaltungsdirektor Reiner Schmeckthal in der Volkshochschule das ganze Dilemma zusammen. Sollte das Land bei seiner Weigerung bleiben, seine Zuschüsse an die Tarifverträge anzupassen (Dynamisierung), droht ganz schnell die Insolvenz. Im Haushalt fehlen 1,3 Millionen Euro. "Ein Jahr halten wir noch durch", so Grisebach. Das funktioniere allerdings nur, "weil wir unglaublich auf die Kostenbremse getreten sind". Das Ensemble sei radikal verjüngt und auf größere Produktionen gleich ganz verzichtet worden. Gleichwohl heiße das Credo, "ohne zusätzliche Kosten mehr anzubieten". Das Leck sei nicht zu schließen, aber man könne den Untergang hinauszögern. Schmeckthals Fazit: "Wir spielen um unser Leben!"



