Infrastruktur Vestkysten/Westküste
Dänen wollen Autobahn bis zur B5
Der Vorstand des Vereins "Infrastruktur Vestkysten/Westküste" begrüßt die Fortschritte im Planfeststellungsverfahren für die Bundesstraße 5 zwischen Hattstedt und Bredstedt. "Es ist ein überaus positives Signal, dass die betroffenen Gemeinden an einem Strang ziehen. Wenn die Landesplaner ordentlich arbeiten, besteht auch kein Grund für Einsprüche, die zu weiteren Verzögerungen führen könnten.
Sehr gut nachvollziehen können wir die Forderung der Kommunen nach Auffahrten mit entsprechenden Beschleunigungsstreifen", erklärt Vorsitzender Rickmer Johannes Topf. "Gerade vor dem Hintergrund des Verkehrsflusses und der -sicherheit wäre es wünschenswert, wenn es hier noch zu Verbesserungen kommen würde." Sein Stellvertreter, Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt, unterstreicht ebenfalls laut Mitteilung, dass diese Änderungen unbedingt berücksichtigt werden sollten, "zumal die vorgeschlagenen Einsparungen bei Brückenbauwerken einen Teil der Zusatzkosten kompensieren könnten".
Verbindung zu Westeuropa
Die positiven Signale aus Deutschland werden auch in Dänemark mit Freude aufgenommen, sagt Carsten Dinsen Andersen, der ebenfalls dem Vorstand des Vereins angehört. Denn: "Eine Beschleunigung des Verkehrs auf der B 5 ist Grundvoraussetzung für die Bestrebungen auf dänischer Seite, von Esbjerg eine Autobahn in Richtung der B 5 und der A 20 zu errichten." Mit Verweis auf die sich abzeichnenden Verkehrsströme plädiert er dafür, Jütland und Schleswig-Holstein in einem "Leiter-Modell" zu erschließen. Dies bedeutet, dass neben der A 7 eine weitere Autobahn oder eine andere Straßenverbindung entlang der Westküste bis auf die A 20 geführt wird. "Über die neue Elbquerung wären wir dann direkt an Westeuropa angebunden", blickt das Stadtratsmitglied von Tønder in die Zukunft.
Erfreut zeigten sich die Vorstandsmitglieder über die Entwicklung ihres Vereins. "Wir haben mittlerweile von Brunsbüttel bis nach Süddänemark über 30 Wirtschaftsvereinigungen, Kommunen und Parteien als ordentliche Mitglieder", berichtet Vereins-Geschäftsführer Peter Becker. Weitere 30 Firmen und Bürger seien Fördermitglieder. "Dabei wollen wir es nicht bewenden lassen. Wir freuen uns über jeden, der unser Anliegen unterstützen möchte. In den nächsten Monaten werden wir unsere Anstrengungen noch intensivieren, um die Infrastruktur in unserer Region voranzubringen. Dazu gehören auch geplante Treffen und Veranstaltungen mit dem Wirtschafts- und Verkehrsminister des Landes, des Bundes und von Dänemark", kündigt der Geschäftsführer an.
"Lebensnerv für die Wirtschaft"
"Es hat alles schon viel zu viel Zeit gekostet", findet die Fraktionsvorsitzende im nordfriesischen Kreistag, Heide-Marie Rasch. Diese Straße ist der "Lebensnerv für unsere Wirtschaft", deswegen ist der Ausbau so wichtig, merkt Fraktionsmitglied Thorsten Schulze an.
Für die Strecke Husum-Bredstedt ist im Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg ein Vorschlag entwickelt worden, dem die Arbeitsgruppe "Jelstrom", die von rund 100 Bürgern unterstützt wird, im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens eine Alternative gegenübergestellt hat (wir berichteten).
Die Liberalen kritisieren in einer Mitteilung die Bestrebungen einiger Organisationen - insbesondere der "Jelstrom-Initiative" -, für den Ausbau der B5 ein neues Feststellungsverfahren zu verlangen. Dieses würde den Bau unnötig verzögern.
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