Land will Hansekontor unterstützen
Hertie: Zuversicht für 500 Arbeitsplätze
Beim Hertie-Gipfel sicherte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gestern "die volle Unterstützung des Landes" zu. Eine strapazierte Worthülse, die in diesem Fall aber die Rettung von knapp 500 Arbeitsplätzen im Norden bedeuten könnte. Denn Hansekontor-Geschäftsführer Mathias Hundertmark ist mehr als frustriert über das Gebaren der Banken. "Bislang haben wir uns an den Bank-Türen die Köpfe wund gehauen. Mit Hilfe des Landes haben wir jetzt einen Fuß in der Tür."
Konzept und Business-Plan liegen vor, die Mietverträge sind unterschriftsreif und die Lieferanten warten nur noch auf das "Go". Doch das lässt wegen der fehlenden Kredite auf sich warten. "Uns läuft die Zeit davon. Wenn wir Mitte Oktober eröffnen wollen, brauchen wir spätestens in einem Monat Klarheit", betonte der Geschäftsführer. 22 Millionen Euro sind als Anschubfinanzierung in den ersten drei Jahren erforderlich. Rund 16 Millionen Euro müssen finanziert werden. Den Rest bringt das Flensburger Unternehmen als Eigenkapital ein.
"Ich appelliere an die Banken, dass sie ihren Beitrag leisten"
Die Zuversicht des potenziellen Investors ist seit gestern deutlich gestiegen. Mit einem Vertreter des Wirtschaftsministeriums, das Konzept und Business-Plan geprüft und als tragfähig befunden hat, soll nun ein neuer Anlauf bei den Banken unternommen werden. Auf dem Weg zur Rettung seien diese das größte Problem. Selbst die Verhandlungen mit dem in Verruf geratenen Hertie-Besitzer Dawnay Day seien prob lemlos verlaufen. "Jetzt müssen nur noch die Banken auf uns zugehen."
So sieht es auch Rendsburgs Bürgermeister Andreas Breitner. "Ich appelliere an die Banken, dass sie ihren Beitrag zur Rettung leisten", meinte der Sprecher der schleswig-holsteinischen Hertie-Kommunen.
An den neun Standorten in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen will Hansekontor wieder Warenhäuser eröffnen. Der Schwerpunkt soll dabei auf Mode liegen, daneben Kosmetik, Drogerieartikel, Elektronik und Spielwaren.
Leserkommentare
ist klar PHC hilft - fragt mal bei den Milchbauern nach.
Vielleicht setzt er ja eine Bleibeprämie analog HSH für Hertie Angestellte durch oder schreibt einen weiteren Brief an Dr. Nonnenmacher, damit er mit Teilen seiner Prämien die Hertie Häuser stützt.
Hoffentlich gehen die Hertie Mitarbeiter wählen!
Das Haus in St. Peter-Ording für das sich CDU-Harry medienwirksam einsetzte soll
nun von der Bauaufsicht abgerissen werden.
mit tun die Mitarbeiter von Hertie auch leid.- Aber , das sind nun einmal die gesetzmäßigkeiten des Marktes.Das soll Carstensen (als ehemaliger Lehrer ) mal schön die Finger von lassen.Er hat bei der HRE schon versucht zu wirtschaften.Man kann nicht jeder insolventen Firma hinterherlaufen. Und außerdem, in meiner Nachbarschaft ist eine Dachdeckerei mit 10 Angestellten in den Konkurs marschiert- Warum kam da keiner aus den Büschen gesprungen oder auf einem weissen Pferd geritten??
Was mich am meisten ankotzt ist doch die Tatsache, das Politiker uns solche Aktionen verkaufen wollen und glauben , das wir denen diesen Blödsinn abnehmen.
Blöde und plumpe Wahlkampfaktion.Einfach nur nervig.
Die Hertiemitarbeiter haben sich bis zum letzten Tag für Ihren Arbeitsplatz eingesetzt,wennHERTIE eine Bank wäre bräuchte man nur den Hilfsfond von Mutter Merkel und Co.Das nennt man Politik!!
Hertie ist nun einmal ein Konzern -und eben keine Bank.Und der Hilfsfond wurde eingerichtet, damit die Wirtschaft nicht völlig zusammenbricht.Banken leihen Bank Geld.Wenn das nicht gewährleisten werden kann- bricht alles zusammen.Deshalb der Hilfsfond.
Wenn Hertie insolvent ist, dann liegt das am Wirtschaften des Konzerns. Und Oma Meyer wird Ihre Socken jetzt eben in einem anderen Konzern oder Laden kaufen.Das kann wiederum eine Chance für andere Unternehmen sein.So ist das nun einmal.
Und wenn die Politik sich in den Märkten einmischt, dann beeinflusst sie den Markt.Und in der Regel machen Politiker, sind ja meistens Pädagogen oder Juristen, dies nicht um den Konzernen zu helfen -sondern um sich zu profilieren. Und oft kostete das dem Steuerzahler Geld (=zbs. Wardan Werft)
Natürlich ist ein Arbeitsplatzverlust nie schön. Und wenn Hertie daran gescheitert ist, dass zu hohe Mieten gezahlt werden mussten, ist der Ärger verständlich. Aber ist das klassische Kaufhaus Karstadt/Hertie/Kaufhof nicht ein Auslaufmodell? Zumindest, wenn es Kleinhäuser sind? Z.B. in Schleswig, Bekleidung bekomme ich von Sievers bis Casablanca, Spielwaren bei Tries und anderen, Unterhaltungselektronik bei Expert und so weiter. Und dann gibt es noch real und das Internet. Passt da Hertie als Vollsortimenter mit Restaurant noch dazwischen? Wie soll Hertie z.B. mit einem Spielwarenfachgeschäft konkurrieren, Hertie hat nicht die Auswahl und auch keine günstigen Preise.
Also, in Erinnerungen schwelgen (als Kind fand ich den Besuch bei Karstadt in Kiel immer spannend) und vielleicht ein Tränchen zerdrücken ist in Ordnung, aber dabei sollte nicht der Blick für die heutigen Realitäten getrübt werden.
Ich drücke jedenfalls allen Unkenrufen hier zum Trotz der Firma Hansekontor die Daumen, das es klappt, die 9 Hertie-Filialen zu übernehmen und weiterzuführen!
Wir brauchen einfach auch mal eine positive Nachricht in der heutiegn Zeit...also, viel
Glück Hansekontor! Würde mich freuen, wenn es klappt (vorallem für die Filiale in HH-Barmbek)
In dem oben stehenden Artikel ist von vielen Millionen die Rede und einem Rest, dass das Unternehmen Hanse Kontor aus seinem Eigenkapital dazutun will. Wieviel hat der Artikelschreiber leider vergessen zu erwähnen. Nach Hilfen der öffentlichen Hand zu rufen ist und wird wohl noch einige Zeit auf der Tagesordnung stehen. Sicher ist es für die betroffenen Arbeitnehmer ein harter Schlag den Arbeitsplatz zu verlieren. Aber das die öffentliche Hand jetzt auch für Invertoren das Kapital oder eine Bürgschaft bereitstellen soll, geht entschieden zu weit. Für Herrn Carstensen ist es natürlich im Wahlkampf ein gefundenes Fressen, den Retter zu geben. Kostet es doch nicht sein Geld sondern das des Steuerzahlers. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Wähler eine solche politische Gangart richtig einordnet. Bis zum Wahltermin werden wir noch einige Versprechungen von dem noch amtierenden MP in den Medien lesen können.
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Was wäre das schön, wenn es unserem Ministerpräsidenten - grad jetzt vor der Wahl - gelingen könnte, die Hertie-Häuser des Landes zu retten.
Nun weiß zwar jeder, dass das Land kein Geld hat, doch da will ich gar nicht drüber nachdenken..Vielleicht findet der MP ja Mittel und Wege.
Zwar denke ich schnell an das Gedicht-..." Ja mach nur einen Plan und...mach noch einen zweiten Plan...doch gehen tun sie beide nicht....(frei nach Brecht)...doch hier wünscht wohl jeder im Lande - Wahl hin oder her - dass dieser Plan dem Herrn Ministerpräsidenten gelingen möge.