Umfrage im Norden

Bürger wollen schnelle Neuwahl

03. September 2010 | 11:19 Uhr | Von dpa

Schleswig-Holsteins Bürger drängen auf schnelle Neuwahlen: Einer Umfrage zufolge wünschen sich 70 Prozent die Entscheidung über eine neue Zusammensetzung des Landtags bereits im Frühjahr 2011.

Nur 27 Prozent sind dafür, dass erst 2012 gewählt wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der "Lübecker Nachrichten" (Freitagausgabe). Sogar unter CDU-Anhängern ist demnach fast die Hälfte für einen baldigen Urnengang.

Die sieben Richter aus Schleswig hatten am Montag eine Neuwahl bis spätestens Ende September 2012 angeordnet, weil das Wahlgesetz verfassungswidrig ist. Die Opposition will einen möglichst frühen Wahltermin, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) will die Frist ausschöpfen.

751 Wahlberechtigte wurden repräsentativ befragt

Würde am kommenden Sonntag gewählt, lägen die beiden großen Parteien der Umfrage zufolge Kopf an Kopf bei jeweils 31 Prozent. Für die CDU wäre das gegenüber der Landtagswahl 2009 ein Verlust um 0,5 Prozentpunkte, die SPD würde sich um 5,6 Prozentpunkte verbessern.

Die Grünen würden 18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen (+5,7 Prozentpunkte), die FDP würde ihr letztes Ergebnis mit nunmehr sieben Prozent mehr als halbieren. SSW und Linke landen bei fünf Prozent der Stimmen. In der Gunst der Wähler rangiert ein rot-grünes Bündnis deutlich vor einer schwarz-grünen Koalition.Laut Forsa kann sich die SPD bessere Chancen mit dem Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig als mit ihrem Parteichef Ralf Stegner ausrechnen. Wie die Zeitung berichtet, sprechen sich 12 Prozent für Albig als nächsten schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten aus, aber nur elf Prozent für Stegner. Vor allem bei Anhängern der Grünen, auf die die Sozialdemokraten bei einer Regierungsübernahme angewiesen wären, genießt Albig ein deutlich höheres Vertrauen (27 Prozent) als Stegner (7 Prozent), mit dem die SPD bei den Landtagswahlen vor einem Jahr mit 25,4 Prozent der Wählerstimmen gescheitert war. Für Amtsinhaber Carstensen votieren 18 Prozent, den CDU-Fraktionschef und voraussichtlich künftigen Landesparteivorsitzenden Christian von Boetticher wünschen sich 17 Prozent der Bürger als Ministerpräsidenten.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte am 31. August und 1. September 751 Wahlberechtigte repräsentativ befragt.


 

Leserkommentare

 
FRANK DZIALLAS 03.09.2010 22:34
Schwachsinn

Wir haben über 2Mio Einwohner im Land, selbst wenn nur die Hälfte davon Wahlberechtigt sind, so sind für mich die 751 befragten Wahlberechtigten alles, aber gewiß nicht repräsentativ. Was ist bloss los in den Köpfen von solchen "Schreiberlingen". Wenn das Wahlgesetzt Verfassungswiedrig ist, muß dieses ersteinmal geändert werden und bitte Leute macht es doch diesmal richtig nehmt Euch Zeit (nicht zu lange) ein Haufen Fachleute und bekommt das endlich in den Griff. Ich möchte mit meiner Stimme bei der nächsten Wahl meinen Abgeordneten für die volle Zeit im Parlament sehen und nicht wieder früher zur Wahl gehen müßen nur weil das neue Wahlgesetz mit der heissen Nadel gestrickt wurde. Und an alle Palamentarier in Kiel nehmt Euch bitte alle nicht so wichtig, jeder von Euch ist zu ersetzen und keiner ist "Gott" in jedem gut geführten Betrieb oder Konzern wären die meisten von Euch schon lange bei Deutschlands größtem "Arbeitgeber" gelandet. Hört endlich auf zu heulen und begint mal zu handeln. So hoch mit dem Axxxx und ran an die Arbeit oder räumt Eure Stühle freiwillig.

RAINER KAROW 06.09.2010 16:53
Herr Carsten versteht das Urteil nicht

Ihr Beitrag
Lieber Herr Carstensen.

Leider versehen Sie nicht, was Sie angerichtet haben und gehen jetzt auf, zugegeben nicht ganz mutige Richter los, die trotz der Abhängigkeit zur Politik es wagten, sie ein wenig zu rügen, dennoch liegen Sie mit Ihrer Schelte falsch.

Es ist doch so, lieber Herr Carstensen, wenn Sie es richtig begreifen was dort festgestellt wurde, sind Sie seit Bekanntgabe der richterlichen Landesverfassungsmitteilung ohne Legitimation. Und Ihre jetzige Aktion und Ihr gezeigtes Unverständnis ist ein Hinweis auf ihr gestörtes Verhältnis zum Recht und zur Demokratie.

Deshalb hätten sie lange den Landtag auflösen müssen, eine Verwaltungsregierung berufen müssen und Neuwahlen ausschreiben sollen. Denn wir sind Ihr Arbeitgeber und lassen uns nur ungern entmündigen oder um unser Land betrügen. Es reicht, daß es Ihre KollegInnen in Berlin schon mit Deutschland machten, was sich noch bitter rächen wird.



Also, respektieren Sie das Urteil und gehen in Rente. Und nehmen Sie bitte den Landtag gleich mit.

Redaktion „les Art“, 24988 Oeversee

HANS STEIN 06.09.2010 20:07
Mit einer Ausnahme haben Sie Recht, Herr Karow

Herrn Carstensen als lieben Herrn anzusprechen, das passt nicht. Der ist nicht "lieb", sonst würde er ja nicht das tun,was Sie bemängeln.

Ansonsten teile ich Ihre Meinung!



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