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Kernkraft

Brunsbüttel und Krümmel bleiben abgeschaltet

22. Januar 2008 | 14:04 Uhr | Von dpa/shz.de

Sicher oder nicht? Das Notstromsystem des AKW Brunsbüttel steht im Zentrum der Kritik von Umweltschützern. Foto: dpa

Die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel bleiben voraussichtlich bis zum Frühling vom Netz. Grund seien anhaltende technische Probleme. Schleswig-Holsteins Sozialministerin Trauernicht (SPD) wies zugleich die Kritik von Umweltschützern am Notstromsystem des AKW Brunsbüttel zurück.

Das Kraftwerk Brunsbüttel werde laut Betreiber Vattenfall nicht vor Ende März, Krümmel nicht vor Mitte Mai dieses Jahres anfahrbereit sein, sagte die für Reaktorsicherheit zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD). "In beiden Anlagen dauert die Sanierung nicht fachgerechter Dübelverbindungen weiter an. Außerdem sind in beiden Kernkraftwerken Sanierungsarbeiten aufgrund von Rissen an diversen Armaturen und Steuerleitungen erforderlich." Ebenso sei die Aufarbeitung der Störfälle im Sommer 2007 nicht abgeschlossen. Jeder Tag Stillstand der zwei Meiler kostet Vattenfall eine Million Euro.

Trauernicht wies in Kiel zugleich Kritik von Umweltschützern zurück und betonte erneut: "Die Notstromversorgung steht dem Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Brunsbüttel nicht entgegen." Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) weist Brunsbüttels Notstromsystem dagegen "gravierende Sicherheitsmängel" auf. Dies sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake in Berlin und berief sich auf einen internen Bericht der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht. Ein Reaktor sei nur mit Strom kontrollierbar. Wenn bei einem Stromausfall auch das Notstromsystem versage, sei der Super-GAU daher unvermeidlich. Baake: "Dann können sie nur noch evakuieren."

Das zuständige Kieler Ministerium hielt dem dagegen, dass die Technik Brunsbüttels nach dem Störfall im schwedischen Forsmark 2006 verbessert worden sei. Tiefgreifende Änderungen müssten abgewogen werden. "Aufgrund der begrenzten Restlaufzeit vom Kernkraftwerk Brunsbüttel muss bei langfristigen Maßnahmen die Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werden. Maßstab für Auflagen der Atomaufsicht zur Optimierung der Notstromversorgung sind die geltenden Regelwerke." Brunsbüttel wird laut Berechnungen des Sozialministeriums nach dem Wiederanfahren noch etwa zwei Jahre lang in Betrieb sein, bis es gemäß dem Zeitplan des Atomausstiegs endgültig vom Netz gehen soll.


 

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