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Beratungen über Hertie-Zukunft

Ohne niedrigere Mieten kein Investor

02. Februar 2009 | 17:00 Uhr | Von lno

Mehreren Hertie-Filialen im Land droht das Aus. Foto: ddp

Eine Schließung der Hertie-Filialen kann offenkundig nur abgewendet werden, wenn die Mieten für die Häuser der insolventen Warenhauskette deutlich sinken.

Anders könne kaum ein neuer Investor gefunden werden, stellte eine Krisenrunde am Montag in Rendsburg fest. Daran nahmen die Bürgermeister der sieben Städte mit Hertie-Standorten in Schleswig-Holstein, Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU), die Filialleiter und ein Vertreter des Insolvenzerverwalters teil. Der selbst unter Druck geratene britische Investor und Eigentümer Dawnay Day hatte die Immobilien vom operativen Warenhausgeschäft abgetrennt. Die zu zahlenden Mieten sollen doppelt so hoch sein wie das ortsübliche Niveau.

Die Mieten machen etwa 20 Prozent des Umsatzes aus, üblich wären 6 bis 8 Prozent. Marnette will jetzt gemeinsam mit NRW-Kollegin Christa Toben (CDU) - in Essen ist die Hertie-Zentrale - politischen Druck aufbauen, damit die Deutsche Bank als Hauptfinancier vom bisherigen Mietpreisniveau abrückt. "Dieser Knoten muss zuerst zerschlagen werden", sagte Marnette. Dann gebe es auch die reelle Chance, einen Investor zu finden. Wenn dies gelingt, könne auch das Land Hilfe leisten.

"Die Deutsche Bank darf nicht zum Totengräber der Hertie-Filialen werden", sagte der Sprecher der Bürgermeister der Städte mit Hertie- Standorten im Norden, Andreas Breitner (Rendsburg). Er sieht auch Karstadt in der Pflicht, weil der Konzern die Immobilien zu Höchstpreisen an Dawnay Day verkauft habe.

Bundesweit 650 Mitarbeiter betroffen

Das Treffen in Rendsburg diente dem Ziel, Arbeitsplätze - im Norden geht es um etwa 300 - und Standorte zu retten. Die Filialen in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) und Niebüll (Nordfriesland) stehen unmittelbar vor dem Aus; denen in Rendsburg, Elmshorn, Schleswig, Itzehoe und Husum droht die Schließung, wenn bis zum 1. März kein Investor gefunden wird. Ein solcher war bisher nicht in Sicht.

Hertie hatte im vergangenen August wegen Finanzproblemen des britischen Haupteigentümers Dawnay Day Insolvenz angemeldet. In der vorigen Woche wurde bekannt, dass die Warenhauskette zunächst 19 ihrer 73 deutschen Filialen schließen will, darunter im Norden außer Niebüll und Mölln auch Hamburg-Langenhorn. Bundesweit sind 650 der derzeit noch rund 3400 Mitarbeiter des Unternehmens betroffen.


 

Leserkommentare

 
L3FTCL1CK 11.02.2009 06:03
So so...

Erst verschläft Hertie alle Chancen, aus einem all-round Kaufhaus zu einem mit hochspezialisierten Fachabteilungen zu entwickeln und dann soll's an den zu hohen Mieten gelegen haben, weshalb die Politik einspringen müsse?
In den Ohren der Einzelhändler muß das wie blanker Hohn klingen. Sie sollen weiterhin hohe Mieten zahlen, sich einem zunehmend unfairen Wettbewerb stellen?



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