Ausstellung gibt Antwort auf die Frage nach "starken Männern"
Präsentieren ihre Sicht zum Thema starke Männer: "PeKa", Thomas Hain und Lutz Safrin, bei der Ausstellungseröffnung unterstützte sie der Musiker und "Seelenfreund" Niels Kramer (2. v.r.). Foto: Arendt
Kopulierende Tauben, schwarze Schemen aus Mooreichenpigmenten oder lauschige Gartenhausidylle - diese Assoziationen präsentieren derzeit drei Künstler in ihrem Gemeinschaftsprojekt "Starke Männer". Seit Freitag stellen drei Männer in der Künstler-Werkstatt in der Gudewerdtstraße mit ihren Werken ihr ganz persönliches (Selbst-)Verständnis aus und geben darüber hinaus Denkanstöße.
"Zart und hart" nennt Thomas Hain seinen Beitrag zum Thema: "Ich sehe Struktur als etwas Schönes", sagt er - als schön und rein habe er aber auch den Anblick sich paarender Tauben empfunden und ein Bild danach benannt, in dem er selbst einen Engel sehe. Das Bild "Solar" hingegen verbindet er mit Lebensfreude, Persönlichkeit und positiver Macht. Doch auch Zweifel und die Auseinandersetzung mit den eigenen Schwächen machten einen starken Mann aus: "Weisheit, Herz und Kraft" bezeichnet der Maler als Essenz.
Das tiefschwarz getränkte Holz von urwüchsigen Mooreichen ist der essentielle Grundstoff für die Beiträge von Peter Krause alias "PeKa", der gemeinsam mit seiner Frau seit 1980 im Atelier in der Altstadt lebt und arbeitet. Allerdings: Einen Baum pflanzen, eine Familie gründen und ein Haus bauen - diese Maxime aus gar nicht so ferner Vergangenheit genügt seiner Meinung nach nicht mehr. Gandhi, Martin Luther King oder John Lennon entsprächen seinem Bild von stärken Männern: "Sie haben ihre Ziele erreicht, ohne Gewalt anzuwenden."
Als eher abstrakt bezeichnet Lutz Safrin, der Dritte im Ausstellungsbunde, seine Vorstellung vom starken Manne. Auf seinen Fotografien zeigt er unter anderem die Wasserspiegelung des rot-weißen Leuchtturms an der Hafenmole: "Der steht ja auch irgendwie seinen Mann", findet Safrin, der außerdem "kleine Männerträume" abbildet: Diesen Titel hat er einer Reihe von Schrebergartenhäuschen gegeben, die Frieden und Früchte miteinander vereinen zu scheinen.
Nicht zu vergessen: "Hinter den meisten starken Männern steht eine starke Frau", sind sich die Künstler einig. Bei "PeKa" gilt das auch für die Ausstellung, denn seine Frau Brigitta Krause fungiert nicht nur als Galeristin, sondern gibt in einem Film Ausschnitte der weiblichen Sicht auf starke Männer preis: "Gibt’s die? Gibt’s die noch? Wo gibt’s die?", fragen zwei fröhliche Verkäuferinnen auf dem Wochenmarkt. "Ein starker Mann ist innerlich so stark, dass er äußerlich keine Gewalt zeigen muss", "einer der sich traut, gegen den Strom zu schwimmen" oder "einer, der nicht wegläuft, wenn es schwierig wird" - die Äußerungen der befragten Passantinnen konnten die Besucher bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend bestaunen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 5. April in der Künstler-Werkstatt in der Gudewerdtstraße 21 zu sehen - immer freitags, sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr.
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