Applaus für kreative Köpfe
"Keiner hatte Heimweh", so Schulleiter Dr. Werner Esser in seiner Begrüßung am Sonntag in der Louisenlunder Kunst- und Kulturhalle. "Manche Eltern wunderten sich, dass ihre Kinder in der ganzen Woche nicht einmal anriefen. Wir nehmen das als gutes Zeichen für den Erfolg unseres Programms."
Die Kunst- und Kulturhalle füllte sich schnell mit Eltern, Geschwistern, Lehrern und einigen geduldigen, wohlerzogenen Hunden. Das Licht ging aus, der Vorhang auf - die erste Theatergruppe heimste im Handumdrehen eine Menge Beifall ein. Der Text kam pfiffig, die Spielfreude war groß, und das Publikum hatte seine helle Freude an den selbstbewussten, kleinen Akteuren.
Die zwei "Optimisten" standen nicht von ungefähr vor der Bühne. Hier konnten die frischgebackenen Segler ihr neues Wissen unter Beweis stellen. Warum Backbord links und rot ist, wurde dabei ebenso augenfällig wie akkurates Wissen über Bootsteile und Windrichtungen. Ganz technisch wurde es dann mit der Vorführung liebenswerter Roboter-Neulinge. Im Kurs "Robotik" hatten die Jungforscher bei Mathematiklehrer Frank Heeger erfahren, wie man aus Lego-Teilen reaktionsfähige wie auch eigenwillige kleine Wunderwesen schafft, die auf Kommandos gehorchen - oder auch nicht. Der eine konnte Minigolf-Bälle schießen, der nächste rückwärts einparken … Vergnügen und Anteilnahme waren groß unter den Gästen.
"Was verstehen Sie unter Freundschaft?" Mit einem Mikrofon ging der junge Interviewer in die Zuhörerreihen und erfüllte das zuvor erarbeitete Begriffsmolekül mit Leben. "Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit" kam als prompte Reaktion die Antwort von Marie Alix Herzogin zu Schleswig-Holstein die mit ihrer Familie in der ersten Reihe saß.
Um "Freundschaft" ging es auch bei den chinesischen Schriftstudien, die Chiu-Hui Sung ihren aufgeschlossenen, neugierigen Schülern nahe gebracht hatte. So konnten einige von ihnen mit Pinsel und schwarzer Tusche sehr kunstvoll und auswendig die Zeichen für Freundschaft und Drache und andere Begriffe auf die weiße Flip-Chart schreiben. Alle im Publikum waren ganz still und verfolgten das Geschehen mit höchster Konzentration. Sehr beeindruckend waren auch die eigenen Gedichte über Freundschaft, die manche Kinder in der Kunstform der chinesischen Kurzlyrik Haiku geschrieben hatten. Ein solches Gedicht lautete: "Freunde und Freundschaft sind wie ein Regenbogen - groß und wunderbar".
Petra Schreiber als Ideengeberin und "Boss" des Talente-Sommers ist begeistert: von ihren hilfsbereiten Kollegen, von ihrem Mitarbeiterteam - den zwölf jungen Kursleitern, die im nächsten Jahr alle wieder mitmachen wollen - und vor allem von den fröhlichen, wissensdurstigen Kindern. Sie alle erlebten einen Teil ihrer Sommerferien auf besondere Weise mit Reiten, mit Wasserspaß, neuen Freunden und - ganz viel spannendem Lernangebot.
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