Anerkennung
Auch wenn Zweifel und Verunsicherung deutlich spürbar waren - die außerordentliche Gemeindeversammlung in Bünsdorf verlief erfreulich sachlich und zielgerichtet: Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen den eigenen Pastor war zwar immer gegenwärtig, Spekulationen über mögliche Schuld oder Unschuld aber blieben aus.
Im Moment ist alles gesagt und alles getan. Jetzt ist der Staatsanwalt am Zuge. Allen Beteiligen bleibt im Moment nichts anderes übrig, als die Ermittlungen abzuwarten. Das wird nicht immer leicht sein, besonders, wenn die Untersuchungen länger dauern sollten. Aber Gründlichkeit geht hier vor Schnelligkeit.
Trotz aller Sparmaßnahmen leisten sich viele Städte und Gemeinden noch ein Ferienprogramm. Damit soll in der schulfreien Zeit auch den Kindern Gelegenheit gegeben werden, etwas Besonderes zu erleben, die sonst hätten zu Hause bleiben müssen. Die Kosten für die einzelnen Angebote halten sich in Grenzen - insgesamt sind solche Angebote eine hervorragende Sache.
Tatjana Kröger und Martin Edier aus Elsdorf gehen sogar noch einen Schritt weiter. Das Paar ermöglicht in Privatinitiative mit Freunden, Sponsoren und eigenem Kapital 50 Eltern und Kindern drei Wochen kostenlosen Urlaub. Spiele und Verpflegung sind inklusive. Ohne eigene geschäftliche Interessen und staatliche Unterstützung.
Immer wieder werden die beiden misstrauisch gefragt, was sie davon haben. Die Frage ist verständlich, denn die Aktion steht im krassen Gegensatz zu dem hemmungslosen Gewinnstreben, das wir täglich um uns herum erleben. Tatjana Kröger und Martin Edier verdienen an ihrer Ferienaktion kein Geld - aber ihnen steht jede Menge Anerkennung zu.
Rendsburg baut sich einen neuen Umwelt- und Technikhof. Nachdem der alte Standort in der Schleswiger Chaussee verkauft wurde und jetzt auch das Provisorium in der Eiderkaserne nicht mehr zur Verfügung steht, weil die Stadt Geld verdienen muss, werden nun in der Nähe der Fähre Nobiskrug 3,9 Millionen Euro investiert.
Das ist viel Geld für eine Stadt, der das Wasser finanziell bis zum Hals steht. Kein Wunder, dass der Bürgermeister Verbündete im Umland sucht: Kooperationen, Verlagerungen nach Rendsburg - es ist alles erwünscht, was Geld in die Kasse bringt.
So sinnvoll der Vorschlag auch scheinen mag - weil Bauhöfe und Feuerwehren immer noch als Symbole der Eigenständigkeit gelten, wäre es schon eine mittlere Sensation, wenn die Rendsburger im neuen Bauhof nicht unter sich blieben.
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