Am Haltepunkt hält nichts

1. Dezember 2009 | 04:50 Uhr | Von Rolf Blase


Bahnhof Gartenholz: "Der Bahnsteig ist fast fertig",sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Foto: jpm

Mit dem neuen Fahrplan sollten ab Mitte Dezember die Regionalbahnen auch in Ahrensburg-Gartenholz halten. Daraus wird nichts. "Der neue Haltepunkt ist zwar weitestgehend baulich fertig gestellt, kann aber erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens, voraussichtlich zum 1. März 2010, in Betrieb gehen", heißt es in einer Erklärung der Bahn und der Stadt.

Als Gründe für die monatelange Verzögerung nennen Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis und Stadtsprecher Andreas Zimmermann EU-Richtlinien, die erst seit diesem Jahr zwingend anzuwenden seien. Bereits vor Baubeginn wären umfangreiche Prüfungen erfolgt und nach Fertigstellung seien seien weitere umfangreiche Prüfungen nach EU-Recht notwendig. "Diese erweiterten Genehmigungsprozesse stellen einen zusätzlichen Zeitaufwand dar, der trotz der sehr kurzen Bauzeit nicht vollständig kompensiert werden konnte", so Egbert Meyer-Lovis und Andreas Zimmermann.

Die Frage, was beim Bau des Bahnhofs Gartenholz denn schiefgelaufen sei, beantwortet Ralph Fischer, Sprecher des Eisenbahn-Bundesamts, einfacher mit "Allerhand." Damit meint er auch den Baufortschritt, obwohl Bauamtsleiter Wilhelm Thiele sagt: "Wir werden baulich fertig. Das haben wir geschafft." Vor allem kritisiert Fischer aber fehlende Unterlagen und Anträge: "Zunächst mal fehlen die Prüfergebnisse, ob die EU-rechtlichen Regelungen eingehalten wurde. Und, ganz wichtig, es fehlt der Antrag auf eine Inbetriebnahme-Genehmigung."

Diesen Antrag muss laut Gesetz DB Service und Station stellen. Fischer: "Wir haben dort am 4. November darauf hingewiesen, dass der Antrag fehlt, aber bis heute keine Antwort erhalten." Egbert Meyer-Lovis nach Rückfrage im Haus: "Wir haben uns gekümmert, aber man braucht jetzt zum Beispiel auch ein TÜV-Gutachten. Vorher gab es so etwas nicht." Dass er von EU-Regelungen- wie die Bahnsteigbeleuchtung zu Prüfzwecken eine Woche brennen zu lassen - sagt der Bahn-Sprecher nicht, aber: "Es sind jede Menge Dinge. Das kostet natürlich viel Zeit." Ein Argument, das Ralph Fischer nicht gelten lässt: "Die EU-weiten Regelungen sind nicht so neu. Und die Unterlagen müssen eben bei der richtigen Behörde eingereicht

werden."

"Land, LVS, Stadt und Bahn bedauern die Verzögerungen", heißt es in der Mitteilung. In den Zügen und auf den Bahnhöfen wird es Ansagen und Aushänge geben, dass die Regionalbahnen nicht in Gartenholz halten. Logischerweise wird auch die neue Buslinie 469 bis März nicht fahren.


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