Am Anfang eines neuen Weges
Etwas mehr als zwei Wochen ist es her, dass Sönke Funck als Gemeindepastor in der Hüttener Kirche von seinem Propst-Kollegen Matthias Krüger mit einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet wurde. Als Nachfolger von Knut Kammholz ist der 46-Jährige seit dem 1. Juni der Propst für den Nord-Bezirk Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Mit einer nicht minder feierlichen Zeremonie wurde Funck vor über 200 Gästen in der Eckernförder Sankt-Nicolai-Kirche offiziell in sein neues Amt eingeführt.
In der Ansprache erinnerte Gothart Magaard, Bischofsbevollmächtigter im Sprengel Schleswig und Holstein, noch einmal an Amtseinführung in Rendsburg vor vier Wochen, als Propst Matthias Krüger die Nachfolge von Kai Reimer im Süd-Bezirk angetreten hatte. Er erläuterte die vielschichtigen Aufgaben eines Propstes, zu denen der Dienst für die Kirchengemeinden ebenso gehöre wie für Pastoren und der Mitarbeiter - durch Verkündigung, Seelsorge, Beratung und Besuche. Den neuen Propst lobte er als einen für das Amt überaus geeigneten Gottesdiener, der sowohl die Arbeit in einer Kirchengemeinde als auch das vielfältige Aufgabenspek trum in der Nordelbischen Synode bestens kenne: "Ich habe - ebenso wie die Synode - den festen Eindruck, dass Sie für diesen leitenden geistlichen Dienst beste Voraussetzungen mitbringen."
Funck, der 1963 in Großenwiehe bei Flensburg geboren wurde und später die Schule in Altenholz-Stift besuchte, studierte erst in Marburg, später in Kiel Theologie. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete Funck unter anderem als Taxi- und Mähdrescherfahrer. 16 Jahre lang kümmerte sich Funck später als Gemeindepastor um das Wohl der Kirchengemeinde Hütten. Seit 1993 ist der neue Propst verheiratet und mittlerweile Vater zweier Söhne. Neben kirchlichen und familiären "Pflichten" ist der Kammholz-Nachfolger passionierter Musiker mit Chorerfahrung, der zudem auch gerne Gitarre spielt.
Neben den für einen Propst üblichen Aufgaben werde der 46-Jährige auch das Zusammenwachsen der vorher eigenständigen Kirchenkreise weiter vorantreiben müssen, mit all den dabei anfallenden Problemen und Schwierigkeiten wie der Sorge um die finanziellen Grundlagen, hob der Bischofsbevollmächtigte hervor. Dieser thematisierte in seiner Rede auch noch einmal die aktuelle Problematik des sexuellen Missbrauch in der Kirche und der nicht immer konsequent genug nachgegangenen Aufklärung. Opferschutz und Aufklärung seien zwei wichtige Aufgaben für Menschen in kirchenleitender Verantwortung, betonte Magaard.
Funck selber stellte die Taufe in den Mittelpunkt seiner Einführungspredigt. Ähnlich wie der Anfang seines neuen Amtes sei die Taufe als Beginn eines völlig neuen Weges, das Fundament des Glaubens schlechthin. Der Glaube und das Vertrauen in seine Person und Arbeit würden die Dinge sein, die der neue Propst in Eckernförde weiter aufbauen müsse. Dazu wünschte Magaard dem 46-Jährigen gestern alles erdenklich Gute, ebenso wie die über 200 Gäste in der gut gefüllten St.-Nicolai-Kirche.
An Glück dürfte es dem Propst nicht fehlen, denn es gab ein gutes Omen: Auf dem Weg vom Rathaus, wo sich Funck umzog, um zur Kirche zu gehen, verewigte sich eine Taube auf dem Anzug des Propstes, der diesen Zwischenfall mit Humor nahm.
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