Abschied von Kai Reimer als Propst, Pastor, Freund und Mitstreiter
Chor der Pastoren: Mit flotten Liedern beziehungsreich auf den Ruhestand gemünzt, verabschiedeten sie ihren "Chef" nach gut zwölf Jahren.
Bischof Gerhard Ulrich sprach in offizieller Funktion, als Mitstreiter und Freund: "Kai Reimer hat das Profil der Kirche in der Region und in Nordelbien geprägt." Für den Pastor und Propst aus der 68er Generation sei Glaube nie nur eine Privatsache und Kirche immer eine gesellschaftlich relevante Institution gewesen, sagte der Bischof bei der Entpflichtung Reimers vom Amt des Propstes und der Verabschiedung in den Ruhestand.
Mit einem großen familiären Fest in der Rendsburger St.-Marien-Kirche und im Christophorushaus verabschiedete der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde den 66-jährigen, der zwölf Jahre von Rendsburg aus gewirkt und mit seinem bereits verabschiedeten Kollegen Knut Kammholz (Eckernförde) die Fusion der beiden Kirchenkreise auf den Weg gebracht hatte. Hochachtung und Dankbarkeit, verbunden mit Wehmut klangen an in den Grußworten, insbesondere bei Pierre Gilgenast, dem Vorsitzenden der Kirchenkreissynode, und Astrid Halver, Stellvertreterin des Propstes im Kirchenkreisvorstand. Gilgenast: "Sie haben den Weg bereitet für eine erfolgreiche Zukunft des Kirchenkreises." Als Beispiel nannte Halver die Einrichtung der Stelle zur Personal- und Gemeindeentwicklung, eine Initiative Reimers. Damit habe der Kirchenkreis eine Vorreiterrolle in Nordelbien übernommen.
Mit Humor schilderte Gerhard Ulrich im Festgottesdienst die erste Begegnung mit Kai Reimer. Als Konkurrenten seien sie damals angetreten in der Bewerbung auf das Amt des Propstes im damaligen Kirchenkreis Angeln. Gemeinsam hätten sie ausgeharrt in einem ungemütlichen Raum des Kappelner Christophorushauses - bei "Donauwellen", ziemlich fetten Kuchen. "Kirche kann manchmal auch fett sein", beschrieb der Bischof die zwiespältigen Gefühle. "Wer hätte gedacht, dass daraus eine tiefe Freundschaft werden konnte?" Ulrich erhielt die Stelle in Kappeln, Reimer wurde am 1. Februar 1998 Propst des Kirchenkreises Rendsburg. Die beiden wurden, wie der Bischof sagte, "Brüder, Weggefährten und Mitstreiter."
"Ich liebe meine Kirche", bekannte Kai Reimer in seiner Abschiedspredigt nach fast 42 Arbeitsjahren. "Weil sie Offenheit und Toleranz mit Klarheit zu verbinden versucht, statt sie einander gegenüber zu stellen." Das gelinge nicht immer, der Kirche nicht und auch dem Bodenpersonal Gottes nicht, sagte Reimer, "nur mein Glaube hilft mir, mit diesem Wissen zu leben."
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