Abschied nach 17 Jahren

28. Juni 2010 | 04:00 Uhr | Von Michelle Ritterbusch


Der neue Propst Sönke Funck (Mitte) verabschiedete sich gestern von "seiner" Kirchengemeinde Hütten. Knut Kammholz (li.) und Matthias Krüger kamen zum"Ausstand". Foto: Rit

Er hat sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. 17 Jahre lang war Sönke Funck Gemeindepastor in Hütten, nun widmet sich der 46-Jährige neuen Aufgaben: Seit 1. Juni ist er Propst für den Bezirk Nord des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Gestern wurde er aus dem Amt des Pastoren der Kirchengemeinde Hütten entlassen. Die Entlassung nahm Süd-Propst Matthias Krüger vor, denn nur ein amtierender Propst kann einen Pastor von seinen Pflichten entbinden.

Es war ein schwerer Abschied für Funck, obwohl er schon ein Jahr lang immer ein Stück mehr Abschied genommen hatte. Die Hüttener Kirche war voll, rund 230 Besucher wollten sich von ihrem Pastor verabschieden. "Die Herzlichkeit der Menschen berührt mich sehr", sagte Funck, der jeden an der Kirchentür verabschiedete, einige in den Arm nahm und viele Glückwünsche für die Zukunft entgegennahm. Er habe hier viele Menschen kennen und schätzen gelernt, habe in Hütten viel erlebt. "Diese Erinnerungen werde ich mitnehmen", sagte er in seiner Predigt. Er könne "auf GZSZ - gute Zeiten, schlechte Zeiten" zurückblicken. "Ich fühlte mich von Euch und Ihnen getragen, von meinen Kollegen, aber auch von allen, die hier leben", sagte Funck und dankte auch seiner Familie, die ihn ebenfalls getragen "und manchmal ertragen" habe. Er gehe mit vielen Erinnerungen an ein tolles Arbeitsklima, vier Kirchenvorstände, die er in den 17 Jahren miterlebt hat, eine konstruktiv-kritische Zusammenarbeit, schöne Gottesdienste und viele Momente, in denen er etwas von Gottes Gnade weiter geben konnte, nach Eckernförde.

Hier freut er sich besonders auf die neuen Aufgaben und die Nähe zum Meer, das er so liebt. Und sein Vorgänger Knut Kammholz war begeistert, dass Sönke Funck sein Nachfolger wird. Funck sei jemand, der sein Amt vor allem seelsorgerlich versteht und immer einfühlsam zuhöre. Außerdem sei die Predigtsprache des neuen Propstes schnörkellos und zeitnah. Immer darauf ausgelegt, die Zuhörer dort abzuholen, wo sie standen - egal ob bei Einschulungsgottesdiensten, Konfirmationen, Trauungen oder Beerdigungen. "Am wenigsten werden sich wohl die Menschen hier in Hütten über Dein neues Amt freuen", so Kammholz. Denn die Hüttener wüssten, was sie an ihm hatten, denn er habe ihnen Zuwendung, Trost, Halt und Zuversicht gegeben. "Ich bin wirklich froh, dass Du mein Nachfolger wirst."

Ascheffels Bürgermeister Günter Petersen bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und das gute Verhältnis zwischen den beiden, das in den vergangenen Jahren zu einem freundschaftlichen Umgang gewachsen sei. Man werde ihn vermissen, war sich Petersen sicher.

Damit Sönke Funck und seine Familie kein Heimweh bekommen, wenn sie im Herbst nach Eckernförde ziehen, haben die Mitglieder des Kirchenvorstandes ein Bild der Hüttener Kirche gebastelt - aus vielen kleinen Einzelteilen. "Normale Bilder unserer Kirche hast du genug", meinte Vorstandsmitglied Dörte Paulsen. Außerdem hat der Kirchenvorstand dafür gesorgt, dass Familie Funck auch in Eckernförde nicht auf ihren Gartenteich verzichten müssen: In einer Wanne haben sie ein kleines Biotop mit zwei Liegestühlen entstehen lassen.

Am Sonntag, 11. Juli, wird Sönke Funck ab 15 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche in Eckernförde in sein neues Amt als Propst eingeführt. Dann hat er sich vorgenommen, sich möglichst schnell in seine neuen Aufgaben einzufinden. Zu denen werden ab sofort die Betreuung von 21 Kirchengemeinden, des Zentrums für Kirchliche Dienste und der Diakonie gehören. Nur bei der Wahl eines neuen Pastoren für Hütten will er sich raushalten. "Ich kann schließlich nicht meinen Nachfolger wählen." Dazu, wie weit das Verfahren vorangeschritten ist, wollte er sich nicht äußern. Aber eins ist schon jetzt sicher: Bis zur Amtseinführung wird es ihm bestimmt nicht langweilig. Er ist derzeit auf Rundreise. Noch kennt er nicht alle Kirchengemeinden in seinem Bezirk. Das soll sich nun ändern.

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