Tote "Gorch-Fock"-Kadettin

600 Trauernde bei Jennys Beisetzung

24. September 2008 | 16:30 Uhr | Von dpa

Der mit einer Nationalflagge bedeckte Sarg der Soldatin wird in Geilenkirchen-Teveren aus der Kirche getragen. Fotos: dpa

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Bei einer bewegenden Trauerfeier haben rund 600 Menschen Abschied von der ertrunkenen "Gorch Fock"-Soldatin Jenny Böken genommen.

"Die See hat auf grausame Weise Jenny genommen, aber auch wiedergegeben", sagte der katholische leitende Militärdekan, Rainer Schadt, in der Heimatkirche der 18-Jährigen. Zu den Trauergästen gehörten der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), der schleswig- holsteinische Landtagspräsident Martin Kayenburg (CDU) sowie Vertreter der Bundeswehr und der Marine. Hunderte Menschen aus dem Ort gingen nach der Trauerfeier auf dem Friedhof an dem mit der Deutschlandfahne geschmückten Sarg vorbei.

Die Offiziersanwärterin war am 4. September aus ungeklärten Gründen von Bord des Segelschulschiffs "Gorch Fock" gestürzt. Erst nachdem die Suche nach der 18-Jährigen abgebrochen worden war, hatte die Besatzung eines Fischerei-Aufsichtsboots die Leiche entdeckt und geborgen.

Der letzte Gruß - ein aus kleinen roten Rosen gestecktes Herz

24 Soldaten aus der Marineschule Flensburg-Mürwick, die Jenny besucht hatte, nahmen ebenfalls in der überfüllten Kirche Abschied. Die 18-Jährige sei eine hoffnungsvolle Offiziersanwärterin gewesen, die eine verheißungsvolle Karriere vor sich gehabt habe, sagte der stellvertretende Schulleiter, Fregattenkapitän Joachim Schmidt- Skipiol.

Jenny habe das Wasser geliebt und immer zur See fahren wollen, sagte der Ortsvorsteher von Teveren und Freund der Familie, Hans- Josef Paulus. Mit den Tränen kämpfend erinnerte er an die quälenden Tage nach dem Unglück voller Ungewissheit zwischen "Hoffnung und großer Besorgnis". Jenny sei für die Dorfgemeinschaft mit ihrer Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit eine Bereicherung gewesen. Viele Einwohner hätten das im Kontakt mit ihr erfahren.

Der letzte Gruß von Jennys Eltern und den beiden Brüdern war ein aus kleinen roten Rosen gestecktes Herz. Mit einem Kranz voll gelber Rosen verabschiedeten sich ihre Schulfreunde von der Marineschule. Die "Gorch Fock"-Mannschaft schickte einen Kranz mit Sonnenblumen.


 

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