Alle können mitmachen: Auf Schleswigs "Freiheit" werden Straßennamen gesucht
Vielleicht kommen gerade während der Feiertage bei einem Spaziergang über das Freiheit-Gelände Ideen für künftige Straßennamen auf, meint Dr. Constanze Hofstaetter, Mitarbeiterin im Team Vivendi. Bereits im kommenden Februar sei Baubeginn für Häuser auf dem ersten Abschnitt, der sich in der Nachbarschaft zum St.-Johanniskloster befindet. So nimmt der Stadtteil konkrete Formen an - Anlass für das Team Vivendi, jetzt die Straßennamen-Aktion zu starten. "Wir würden uns freuen, wenn sich viele Menschen aus Stadt und Region an der Namenssuche für die Straßen beteiligen", sagt Constanze Hofstaetter.
Die Jury, die die eingesandten Vorschläge bewerten wird, setzt sich zusammen aus den Fraktionsvorsitzenden der Stadt, dem Bauamtsleiter, einem Vertreter des dänischen Fonds sowie zwei Mitgliedern vom Team Vivendi. Wenn unter den Vorschlägen passende Straßennamen gefunden und prämiert worden sind, sollen sie möglichst bald auf der Freiheit in Erscheinung treten. Die Gewinner werden als kleines Dankeschön ein kostenloses Jahresabonnement für die Veranstaltungen von "Cultura Vivendi" sowie Rundflüge über Schleswig erhalten.
Constanze Hofstaetter betont, es sei dem Team Vivendi besonders wichtig zu vermitteln, dass der neue Stadtteil "ein Angebot an alle Schleswiger und Kreisbewohner" darstelle. Auf keinen Fall sei das Projekt als abgeschotteter Bereich zu verstehen. "Wir sehen es vielmehr als Bereicherung und Belebung für Schleswig an - mit öffentlichem Badestrand, einem Restaurant am Schleiufer und vielfältigen Angeboten des Kulturvereins, die bereits jetzt eine Anlaufstelle für die Region geworden sind." In diesem Sinne hoffe man, die Menschen für eine kreative Mitgestaltung des Stadtteilprojekts zu gewinnen. Eine kleine Einschränkung zur Kreativität bei der Namenssuche gibt es: "Wir möchten nicht typische Neugebiets-Straßennamen wie etwa Tulpenweg oder dergleichen", sagt Hofstaetter.
Vielleicht wäre auf der Suche nach Straßennamen ein Blick in die Historie dieses Geländes hilfreich. Schließlich beginnt die Geschichte der "Freiheit" nicht erst mit dem Einzug des Militärs und endet glücklicherweise auch nicht mit dem Wegzug des letzten Soldaten vor gut vier Jahren.
Die Bezeichnung "Freiheit" ist für dieses Areal seit dem Mittelalter urkundlich erwähnt. Vermutet wird, dass seinerzeit das Kloster für Benediktinerinnen die Fläche am Schleiufer als Freistätte für verfolgte Personen nutzen durfte - also eine Art Asylstätte. Denn nach Meinung von Stadthistorikern rührt daher die Bezeichnung "Freiheit". Den bis heute gültigen vollständigen Namen "Auf der Freiheit" erhielt das Gelände offiziell allerdings erst in seiner militärischen Ära im Jahre 1935 vom Schleswiger Magistrat.
Eine wechselvolle Geschichte und vielfältige Nutzung hatte die "Freiheit" in den vergangenen Jahrhunderten aufzuweisen: Das Gelände diente etwa - um nur einige Beispiele zu nennen - als Hinrichtungsstätte für Schleswiger Kriminelle und auch für das dänische Militärgericht (die letzte Hinrichtung fand dort 1857 statt), es gab dort viele Sportfeste und Schießübungen (die Altstädter St. Knudsgilde kann ihre Feste seit 1736 auf der Schützenwiese feiern). Schließlich gab es eine feste Fährverbindung über die Schlei, von der "Freiheit" nach Fahrdorf und zurück (der Fährbetrieb gehörte zu den Aufgaben des St. Johannisklosters). Auch als Radrennbahn, die 1889 eingeweiht wurde, war das Gelände beliebt. Bald darauf zogen zudem die ersten Fußball-Sportfreunde nach, und schließlich wurde das Gelände als Badeparadies mit Kaffeehaus gern genutzt.
Die Schleswiger Bevölkerung hatte offenbar gerade die "Freiheit" als Erholungs- und Vergnügungsort ins Herz geschlossen, da machte ab 1935 das Militär einen Strich durch die Rechnung: Für die damals junge Luftwaffe wurde eine neue Kasernenanlage gebaut. Der daraus entstandene Begriff "Seefliegerhorst" wurde erst im Mai 1967 vom Magistrat der Stadt geändert: Und zwar in Kaserne "auf der Freiheit".
Nachdem die militärische Nutzung durch die Bundeswehr 2004 endgültig aufgehoben wurde und das Team Vivendi das Gelände erwerben konnte, soll nun der Erholungs- und
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Vergnügungsfaktor wieder wie in vergangenen Zeiten, bevor das Militär das Kommando übernahm, zurückkehren.
Für das neue Kapitel "Auf der Freiheit" könnten sich nun vielleicht Straßennamen finden, die auf die landschaftliche Idylle oder auch auf die wechselvolle Geschichte hinweisen.
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